Dem FCK fehlte das "Moped": SCP holt ersten Auswärtssieg
Zumindest bis Sonntag darf sich der SC Paderborn Tabellenführer nennen. Die Ostwestfalen setzten sich am Freitagabend in Überzahl mit 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern durch. Dabei musste das Team von Trainer Lukas Kwasniok viel Geduld aufbringen, ehe der Abwehrriegel der Pfälzer geknackt werden konnte.
Frühes Glück bei Lattentreffer
Ein "extrem intensives und emotionales Spiel" hatte Paderborns Trainer Lukas Kwasniok auf dem Betzenberg gesehen. Bei dem seine Mannschaft früh das Glück auf ihrer Seite hatte. Nach zwölf Minuten traf FCK-Verteidiger Boris Tomiak mit einem Kopfball nur die Latte. "Lautern hat es geschafft, recht schnell das Publikum mitzunehmen", erklärte der 41-Jährige, weshalb es die Mannen von der Pader nicht so leicht hatten.
Zwar habe sein Team "das Heft des Handelns in die Hand" genommen, "aber wir werden bis auf eine Aktion nicht torgefährlich". Da setzte sich der SCP auf der rechten Seite durch, einen von FCK-Schlussmann Andreas Luthe abgewehrten Ball konnte Felix Platte zwei Meter vor dem Tor aber nicht mehr kontrollieren und setzte ihn per Kopf über das Tor (34.). "Unterm Strich war es ganz, ganz schwer", so Kwasniok. Was ihn wenig überraschte: "Das wussten wir auch, weil Lautern Herz hat in der Verteidigung. Sie kontrollierten auch die tiefen Läufe, die uns auszeichnen."
"Da brauchst du als Gegner ein Moped"
Die Chancen, das Spiel erfolgreich zu gestalten, erhöhten sich nach 50 Minuten drastisch. Nach einem langen Ball auf Sirlord Conteh wurde dieser von Hendrick Zuck zu Fall gebracht. "Wir wissen um den Turbo, den Conteh hat. Da brauchst du als Gegner ein Moped, um mithalten zu können". Das hatte Zuck nicht und musste sich mit einem Trikotzupfer helfen. Zunächst sollte es einen Elfmeter für die Gäste geben. Das war auch Kwasnioks Hoffnung: "Denn dann hätte sich mehr Räume ergeben." Stattdessen wurde die Entscheidung revidiert. Der SCP war fortan in Überzahl, bekam aber nur einen Freistoß.
Trotz der numerischen Überlegenheit habe sich "wenig geändert am Spiel, außer, dass Lautern weniger Entlastung hatte". Das Spiel der Paderborner habe fortan an Handball erinnert. "Wir spielen um den Strafraum herum, waren kaum gefährlich." Bis zur 82. Minute: Nach einer Flanke von Richmond Tachie war Julian Justvan im Strafraum frei. Seinen Schuss konnte Luthe noch abwehren, beim Nachschuss von Platte war er jedoch machtlos. "Lautern hat bis zum Schluss aufopferungsvoll nach vorn gespielt. Wir konnten es nicht so gut verteidigen, hatten kaum Entlastung", so der Trainer. "Es war anstrengend. Wir nehmen extrem dankbar die Punkte mit". Weiter geht es am Samstag mit einem Heimspiel gegen Holstein Kiel.