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Der SC Paderborn auf dem Weg in die Normalität

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Nachdem der SC Paderborn seit 2014 in jeder Saison sportlich entweder auf- oder abgestiegen ist, befinden sich die Ostwestfalen nun auf dem Weg in die Normalität.

"Sehr, sehr gutes Spiel"

Keine Frage: Beim Auswärtsspiel in Hannover am Freitagabend wäre mehr drin gewesen als nur ein Punkt. Doch sowohl Dennis Srbeny als auch Sebastian Vasiliadis, der erstmals seit Mitte Dezember wieder spielte, vergaben allerbeste Möglichkeiten. Weil aber auch Hannover die letzte Konsequenzen vermissen ließ, fielen am Ende keine Tore. "Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft gemacht und es in vielen Phasen der Partie geschafft, Hannover nicht zur Entfaltung kommen zu lassen", konnte Trainer Steffen Baumgart im Gegensatz zu Kenan Kocak mit der Nullnummer zufrieden sein. "Zwar hätte ich mir gewünscht, dass wir uns belohnen, aber am Ende geht das Unentschieden in Ordnung und deswegen können wir auch sehr gut damit leben."

Mit 27 Punkten aus 20 Spielen und einer überaus ausgeglichenen Bilanz von sieben Siegen, sechs Unentschieden und sieben Niederlagen rangiert der SCP als Zehnter im Niemandsland der Tabelle. Der Vorsprung auf Rang 16 beträgt komfortable neun Punkte, zu Rang drei fehlen 15 Zähler – bei einem Spiel weniger. Der Wunsch des Bundesliga-Absteigers nach einer ruhigen Saison scheint sich also zu erfüllen, vieles deutet derzeit darauf hin, dass Paderborn erstmals seit 2013 einer Liga auf sportlichem Weg länger als ein Jahr am Stück in Folge erhalten bleibt. Dass der SCP die Spielzeit jenseits von Gut und Böse beenden möchte, ist nach drei Auf- und vier sportlichen Abstiegen seit 2014 nur allzu nachvollziehbar – zumal es nach dem letzten Bundesliga-Abstieg direkt in die 3. Liga ging. Und ruhig heißt in Paderborn auch keinesfalls langweilig: Im DFB-Pokal sorgten die Ostwestfalen mit dem Sieg gegen Union Berlin für Aufsehen, den BVB zwangen die Blau-Schwarzen zuletzt nach einem 0:2-Rückstand noch in die Verlängerung.

Positive Zukunft

Ob Trainer Steffen Baumgart dem SCP über die Saison hinaus erhalten bleiben wird, ist noch offen: Sein Vertrag läuft aus, Gespräche soll es nicht vor März geben. Auf der einen Seite gilt der 49-Jährige als überaus loyal, auf der anderen Seite wird es ihm aber wohl niemand verübeln, wenn er ein Angebot eines höherklassigen Vereins annehmen würde. Das Interesse an Baumgart dürfte jedenfalls vorhanden sein. Als bereits fix gilt der Abgang von Sebastian Vasiliadis, den es im Sommer dem Vernehmen nach zu Arminia Bielefeld ziehen wird.

Ob Leistungsträger wie Kapitän Sebastian Schonlau (Vertrag läuft aus) und Chris Führich (Leihe mit Kaupfoption) gehalten werden können, werden die nächsten Wochen zeigen. Jamilu Collins soll laut der "Neuen Westfälischen" derweil bis 2022 verlängert haben, allerdings über eine Austiegsklausel verfügen. Doch unabhängig von den offenen Personalien blickt der SC Paderborn in eine positive Zukunft – und wird aller Voraussicht nach schon sehr früh die Gewissheit haben, auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen zu können. Eine Tatsache, die nach dem sportlichen Abstieg aus der 3. Liga im Mai 2017 ganz weit weg war.