Dominant in Unterzahl: HSV wollte sich "nichts wegnehmen lassen"

Der Hamburger SV steckt weiterhin in der Krise, denn beim Nordduell mit Hannover 96 kassierten die Elbstädter erneut eine Niederlage. Dabei war die Mannschaft von Cheftrainer Daniel Thioune über weite Strecken der Partie spielbestimmend, obwohl sie rund 70 Minuten in Unterzahl agierte. Aber eine Überraschung des Gegners reichte.

HSV führt einseitiges Spiel

"Ich muss die Dinger einfach machen, dann werden wir wieder gewinnen", fasste HSV-Stürmer Simon Terodde den Spielverlauf gegen Hannover 96 auf der Homepage des Klubs nach einer langen Partie in Unterzahl zusammen. Ein Treffer aus der 13. Spielminute genügte dem Gegner aus Niedersachsen, um die eigene Misere zu beenden und die der Hamburger zu verlängern. Scheinbar niemand rechnete damit, dass die ebenfalls kriselnden Gäste dem HSV das Spiel überlassen würde. "Man hat gesehen, dass wir ein bisschen überrascht waren, aufgrund der Passivität des Gegners. Wir hatten sie höher im Anlaufen erwartet", erklärte Cheftrainer Daniel Thioune nach dem Match und betonte dabei, dass der HSV dadurch nur schwierig in seine Abläufe gekommen sei.

Ein berechtiger Platzverweis gegen Sonny Kittel drohte zusätzliche Probleme nach sich zu ziehen, doch am Spielgeschehen änderte sich nicht viel. Selbst in Unterzahl war der HSV fast über die komplette Spieldauer optisch überlegen. "Meine Mannschaft hat ab diesem Augenblick gezeigt, dass sie sich nichts wegnehmen lassen wollte", überzeugte sich Thioune nach der Roten Karte in der 25. Spielminute von der Mentalität seines Teams.

"Schritt nach vorne gemacht"

Aus Sicht der Hamburger konnten sie das allerdings nicht in Punkte ummünzen. "Was Mentalität, Leidenschaft und Entschlossenheit angeht, kann ich ihnen keinen Vorwurf machen, da waren wir am Limit", stellte sich Thioune schützend vor seine Mannschaft und entschuldigte sich stellvertretend dafür, dass die Belohnung ausblieb. Dem Cheftrainer blieb nur noch der Blick nach vorne: "Wir haben eine Menge liegenlassen. Für uns eine Aufgabe, daran weiter zu wachsen, resistent zu sein, Herausforderungen anzunehmen und es nächste Woche besser zu machen."

Die Niederlage gegen Hannover war bereits die dritte Pleite in Folge, trotzdem hatte der HSV im Vergleich zur Vorwoche wieder die richtige Richtung eingeschlagen. Fand jedenfalls auch Torhüter Sven Ulreich: "Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht, haben gesehen, dass wir selbst in Unterzahl sehr dominant auftreten können, wenn wir den Ball laufen lassen. Das muss uns Auftrieb geben." Im Positions- und Passspiel zeigten sich die Hamburger verbessert, nun müssen die Ergebnisse folgen. Am Wochenende könnten die Elbstädter noch auf den sechsten Rang verdrängt werden und wären dann erstmals in einer Rolle, die der HSV in der 2. Bundesliga erst selten in dieser Saisonphase einnehmen musste - der Verfolger.

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