Manipulation: Drei Zweitligisten bei Tests unwissentlich beteiligt?

Testspiele von Dynamo Dresden und dem SC Paderborn gegen den russischen Spitzen-Klub Rubin Kasan stehen laut Informationen der "Sport Bild" unter dem Verdacht, Opfer einer Wettmanipulation geworden zu sein. Wie die "Neue Westfälische" (NW) berichtet, gab es auch Unregelmäßigkeiten bei einer Partie von Arminia Bielefeld gegen Inter Baku. Die Zweitligisten seien dabei jedoch unwissentlich in die Rolle eines Beteiligten gerutscht. Dazu sagte Friedhelm Althans, Chefermittler im Bochumer Wettskandal-Prozess, gegenüber der "Deutschen Presse Agentur" (dpa): "Sicher ist da etwas auffällig geworden." Deshalb habe er der UEFA in Bezug auf das Dresden-Spiel einen Hinweis gegeben, dass dieses möglicherweise manipuliert wurde. Selber werde man in diesen Fällen jedoch nicht ermitteln. Es wären lediglich Informationen weitergeleitet worden.

Kasan setzte gegen Dresden fremde Spieler ein

Dynamo Dresden hatte die Partie am 19. Januar mit 3:0 für sich entschieden. Der SC Paderborn ging sechs Tage später mit einem 2:1 als Sieger vom Platz. Beim Spiel der Sachsen schickten die Russen statt ihrer eigenen B-Elf offenbar das Team des russischen Zweitligisten Neftekhimik Nizhnekamsk aufs Feld. Gegen Paderborn hatte das Team in der zweiten Halbzeit nur Spieler aus der zweiten Reihe auf dem Platz geschickt. Sollte es im Vorfeld zu Absprachen gekommen sein, hätten Wettbetrüger auf die Siege der deutschen Klubs wetten und somit hohe Gewinne einfahren können. Paderborns Manager, Michael Born, hatte nach der Begegnung Andreas Rettig, den Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), in Kenntnis gesetzt. Dies bestätigte DFL-Sprecher Dirk Meyer-Bosse gegenüber der "dpa". Born habe die Schiedsrichterleistungen als "merkwürdig" empfunden, schreibt die "Sport Bild". In solchen Fällen sind die Teams dazu aufgefordert, die DFL zu informieren, so Born.

Umstrittener Elfmeter gegen Bielefeld

Durch Informationen aus Slowenien sei Althans auf mögliche Manipulationen aufmerksam gemacht worden. Laut "Sport Bild" hätten Buchmacher auffällig  hohe Live-Wetten auf einen Treffer der Paderborner gegen Kasan ab der 85. Minute verzeichnet. Durch einen späten Elfmeter kam der SCP zu einem 2:1-Erfolg. Auch das Spiel von Arminia Bielefeld gegen Inter Baku bekommt einen faden Beigeschmack. Im Auftrag der Schweizer Agentur "Sportradar AG", die seit 2005 mit dem DFB und der DFL zusammenarbeitet, um mögliche Manipulationen aufzuklären, habe sich jemand bei den Ostwestfalen gemeldet. Er wollte den Namen des Schiedsrichters haben, der die Partie leitete. Gegenüber der "NW" dementierte ein Sprecher dies jedoch: "Wir haben nicht bei Arminia nachgefragt. Wir haben das Spiel auch nicht auf dem Radar, da wir keinen Auftrag dafür bekommen hatten." Bei dem Spiel der Arminen kam es kurz vor dem Ende der Partie zu einem umstrittenen Elfmeterpfiff des Schiedsrichters, als ein Spieler von Baku auf dem nassen Rasen ohne gegnerische Einwirkung ausgerutscht war. Arminia Bielefeld und die Sportradar AG werden versuchen, die Angelegenheit aufzuklären.

FOTO: Flohre Fotografie

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