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Dynamo entzieht den Ultras die Auswärts-Dauerkarten

Auf einer Pressekonferenz hat Dynamo Dresden einen Maßnahmenkatalog zum Umgang mit gewalttätigen Fans im eigenen Verein angekündigt. Damit reagiert der Zweitligist auf die jüngsten Vorkommnisse beim Auswärtsspiel in Karlsruhe.

Ultras erhalten keine Auswärts-Dauerkarten mehr

Die eigenen Anhänger marschierten am 33. Spieltag als "Football Army" komplett in Armeekleidung zum Stadion, brannten Pyrotechnik ab, stürmten den Einlass und verletzten Personen. Mit der Aktion erklärten die Dresdner Ultras dem DFB symbolisch den Krieg.

Der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born kündigte einen Sicherheitszuschlag von zwei Euro bei Auswärtsspielen an. Zudem wurden den Ultras alle 75 Auswärts-Dauerkarten für die kommende Saison gestrichen. Außerdem überlegt Dynamo, für einzelne Auswärtsspielen gar keine Tickets mehr zu verkaufen, bei einigen Spielen soll es ausschließlich personalisierte Tickets geben. Die Installation eines hauptamtlichen Mitarbeiters für sicherheitsrelevante Fragen bei Auswärtsfahrten soll Teil des neues Konzepts sein. Zur Einlasssicherung werde Dynamo die Gespräche mit den gastgebenden Vereinen intensivieren, so Born.

"Kriegsrhetorik und Gewalt gehören nicht zum Erscheinungsbild unseres Vereins"

"Kriegsbemalung, Kriegsrhetorik und Gewalt gehören nicht zum Erscheinungsbild unseres Vereins“, erklärte Präsident Andreas Ritter. Zudem forderten die Vereinsverantwortlichen mehr Unterstützung von Politik und Staatsanwaltschaft. "Das Vereinsstrafsystem ist ein zahnloser Tiger", beklagte Ehrenratsvorsitzender Klemens Rasel. Dynamo-Geschäftsführer Ralf Minge schloss gar einen Rücktritt nicht aus. "Ich sehe mich in der Verantwortung. Unterm Strich muss man dann auch persönliche Schlüsse ziehen“, so der 56-Jährige.