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Eichners Erinnerung an Neustrelitz: "Kein Interesse an 120 Minuten"

© IMAGO / Langer

Vor fast 15 Jahren war der Karlsruher SC schon einmal im DFB-Pokal zu Gast bei der TSG Neustrelitz. Damals setzten sich die Badener in der Verlängerung durch – mit Christian Eichner auf dem Rasen. Dieses Mal will der KSC-Coach die Partie vorzugsweise schneller über die Bühne bringen. Personell soll etwas Bewegung ins Lazarett kommen.

"Typisches Pokalspiel damals"

In der 106. Spielminute erlöste Sebastian Freis den Karlsruher SC, der in der Saison 2007/08 als Bundesliga-Aufsteiger beim viertklassigen Gegner aus Neustrelitz antrat. Erinnerungen an das Spiel hat auch Christian Eichner, der damals als Linksverteidiger auf dem Feld stand. "Es war ein typisches Pokalspiel damals, das erwarte ich auch Morgenabend. Wir waren voller Euphorie, trotzdem war es ein enges Spiel", blickt der heutige KSC-Cheftrainer auf die Partie von vor 15 Jahren zurück. Der 39-Jährige geht davon aus, dass Neustrelitz den Badenern wieder alles abverlangen wird.

"Sie sind eine sehr robuste Mannschaft, die auch mit einer gewissen Größe ausgestattet ist, die nicht so uninteressant sein kann in solchen Spielen", lobt Eichner den Gegner. "Die Neustrelitzer verstehen aber auch das Spiel und bringen eine gewisse Zweikampfführung mit in so eine Partie. Sie werden ähnliche Attribute zeigen wollen, wie wir in der letzten Saison beispielsweise gegen Leverkusen." Denn in der Vorsaison setzte sich der KSC achtungsvoll gegen den Favoriten durch. Unmöglich ist es für Neustrelitz daher nicht, deswegen müssen die Karlsruher in entsprechendem Maß dagegen halten.

Personalentscheidungen offen

Um dies zu garantieren, wird Eichner möglicherweise personell überraschen. Auf der Homepage kündigte der KSC verheißungsvoll an, dass Bewegung in die lange Verletztenliste kommt – zuletzt standen auch fünf Innenverteidiger darauf. Zumindest soll wohl Leon Jensen nach seinem Kreuzbandriss eine Option für sein Debüt im KSC-Trikot sein. Auch U19-Keeper Max Weiß bekommt eine Einsatzgarantie. Weitere Personalentscheidungen hält sich Eichner offen. Klar ist nur, dass er "kein Interesse daran" habe, dass "es morgen 120 Minuten geben wird". Die Balance zwischen Respekt und Anspruch für die Partie müssen stimmen.

"Wir brauchen eine gute Mischung in allen Bereichen, um das Weiterkommen schneller zu erreichen, als wir es damals während meiner aktiven Zeit in Neustrelitz geschafft haben", gibt der ehemalige Abwehrspieler vor. Hinzu kommt die spielerische Klasse, in der sich der KSC gegen den Oberligisten durchsetzen muss. "Beispielsweise wird der vorletzte Pass im Fußball immer wichtiger. Aber natürlich auch der letzte Pass, den haben wir phasenweise nicht gut gespielt am Sonntag gegen Magdeburg", weiß auch Eichner. Und angesichts von acht Gegentoren in den ersten zwei Saisonspielen gilt vor allem: "Auf der anderen Seite des Felds müssen wir sehr wachsam sein, was die Tiefensicherung bei Umschaltsituationen des Gegners anbelangt." Rund 1.000 KSC-Fans wollen die Mannschaft vor Ort unterstützen.