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Ekstase pur nach Club-Sieg im Derby: "Dafür spielen wir Fußball"

IMAGO / Schreyer

Beim 1. FC Nürnberg atmeten am Samstagnachmittag alle Beteiligten kollektiv auf. Der Club konnte das prestigeträchtige Frankenderby mit 2:0 für sich entscheiden und wendete zudem einen Fehlstart ab.

Erster Heimsieg seit 2016

Der 1. FC Nürnberg kann also doch noch gegen die SpVgg Greuther Fürth gewinnen. Zum ersten Mal seit 2016 gewann der 1. FC Nürnberg ein Heimspiel gegen den Kontrahenten aus Franken. Vor 41.204 Zuschauern rang das Team von Trainer Robert Klauß den Bundesliga-Absteiger regelrecht nieder. "Wir sind sehr glücklich, vor unseren Fans diesen Derbysieg geholt zu haben. Das ist ein wunderschöner Moment", zeigte sich Nürnbergs Trainer nach Schlusspfiff zufrieden und erleichtert. Auch auf den Rängen herrschte unter den Nürnberg-Anhängern Ekstase pur. Es waren Szenen, wie nach einem Aufstieg oder einer Meisterschaft. "Egal ob es beim Tor ist, beim Schlusspfiff oder als wir auf die Fans zugestürmt sind. Das hat man lange in Erinnerung. Dafür arbeitet man, dafür spielen wir Fußball", freute sich Klauß. Mit dem Sieg wendeten die Nürnberger zudem nach der 2:3-Niederlage beim FC St. Pauli  einen klassischen Fehlstart ab.

Von Beginn an war der Club tonangebend und zwang die Fürther zu langen Bällen.  "Die Anfangsphase hat uns Mut und Auftrieb gegeben. Wir wollten es sehr einfach halten und haben den Gegner in der ersten Halbzeit oft weg vom Tor gehalten und wenig zugelassen", resümierte Klauß auf der anschließend. Um im Vergleich zum Pauli-Spiel mehr Zugriff auf den Flügeln zu haben, stellte er von Vier- auf Dreierkette um. Ein Schachzug, der sich auszahlen sollte. Bereits in der 15. Minute war der Bann gebrochen: Tim Handwerker flankte punktgenau zu Duah. Der leitete mit dem Kopf nach innen, wo Christoph Daferner stand eiskalt den Ball im Tor versenkte.

Sonderlob für Debütant Jens Castrop

Mit dem Neuzugang von Dynamo Dresden scheinen die Nürnberger endlich einen Torjäger gefunden zu haben, der in der vergangenen Spielzeit noch fehlte. Ein Sonderlob verdiente sich zudem Jens Castrop. Der 18-jährige Mittelfeldspieler ist seit Januar vom 1. FC Köln ausgeliehen und erstmals von Beginn an in der Startelf. "Für uns kam seine Leistung nach der Trainingswoche nicht überraschend", erklärte Klauß. Castrop sei ein Spieler, der "über eine hohe Aggressivität und Laufbereitschaft" verfüge. So einen Typen "brauchst du gerade gegen eine Mannschaft wie Fürth".

Aber auch die Einwechselspieler trugen ihren Teil zum Erfolg bei. Wie z.B. Taylan Duman und Manuel Wintzheimer. Beide kamen erst in der 71. Minute ins Spiel und erzielten in der 82. Minute das vorentscheidende 2:0. Wekesser spielte den Ball von der Grundlinie zurück zu Duman, der auf Wintzheimer quer legte. Gegen den folgenden Schuss aus sechs Metern konnte Fürths Torwart Linde nichts mehr ausrichten. Der Teamgeist scheint also zu stimmen. Da tat das Spiel in Hamburg keinen Abbruch, was auch Klauß so sah: "Man hat das Gefühl, dass sich alle gleich freuen. Egal, wer von Beginn an gespielt hat, reingekommen ist oder von Außen mitfieberte. Das ist wichtig für eine Mannschaft."