Endspurt 2. Bundesliga: Wer steigt ab, wer bleibt drin?

Die Saison 2016/17 biegt auf die Zielgerade ein. Nur noch drei Spieltage bleiben den Teams, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Mit dem Karlsruher SC steht bereits ein Verein als Absteiger fest, insgesamt neun Teams müssen noch zittern. liga2-online schaut auf den Tabellenkeller, auf alle Teams, alle Endspiele und jede Formkurve.

Platz 9: 1. FC Nürnberg, 39 Punkte

Restprogramm: SV Sandhausen (A), Fortuna Düsseldorf (H), 1. FC Kaiserslautern (A)

Auch die Mittelfranken müssen, wenn auch nur theoretisch, noch zittern. Selbst mit den berüchtigten 40 Punkten kann man in diesem Jahr noch absteigen und so ist der Club auch noch gefordert. Aus den letzten fünf Spielen holten die Nürnberger nur vier Punkte und verspielten zuletzt gegen Stuttgart sogar eine 2:0-Führung. Dennoch würden schon zwei Unentschieden oder ein Sieg reichen, damit der Club auch im kommenden Jahr im Unterhaus spielt. Auf die Mittelfranken warten jedoch drei Duelle gegen direkte Konkurrenten.

 

Platz 10: SV Sandhausen, 38 Punkte

Restprogramm: 1. FC Nürnberg (H), Würzburger Kickers (A), Hannover 96 (H)

Ebenso wie der Club sind die Sandhäuser aus dem Gröbsten raus, nachdem man im eigenen Hardtwaldstadion den KSC mit 4:0 nach Hause schickte. Ein Sieg würde der Mannschaft von Kenan Kocak reichen, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Mit den Club und den Würzburger Kickers warten zwei direkte Konkurrenten auf die Schwarz-Weißen, bevor am letzten Spieltag Hannover 96 in Sandhausen antritt. Zittern muss der SV nur, wenn er alle drei Spiele verliert.

 

Platz 11: FC St. Pauli, 38 Punkte

Restprogramm: 1. FC Kaiserslautern (A), SpVgg Greuther Fürth (H), VfL Bochum (A)

Zur Winterpause Letzter, drei Spieltage vor Ende fast gerettet: Hinter den Hamburgern liegt schon jetzt eine turbulente Saison. Trotz der sportlichen Talfahrt in der Hinrunde hielten die Hanseaten an ihren Kult-Trainer Ewald Lienen fest und wurden belohnt: Nur drei Niederlagen im Jahr 2017 und zuletzt vier Siege am Stück katapultieren St. Pauli auf Rang elf. In Kaiserslautern kann die Mannschaft der Stunde den Klassenerhalt schon perfekt machen - daran hätte im Winter wohl keiner mehr geglaubt! Sollte man in Kaiserslautern den Klassenerhalt noch nicht perfekt machen können, muss man gegen Fürth und Bochum die nötigen Punkte holen. Schwere, aber nicht unlösbare Aufgaben für die Kiezkicker.

 

Platz 12: 1. FC Kaiserslautern, 38 Punkte

Restprogramm: FC St. Pauli (H), Erzgebirge Aue (A), 1. FC Nürnberg (H)

Auch der FCK bemühte sich in den vergangenen Wochen das Abstiegsgespenst zu vertreiben, mit drei Siegen aus vier Spielen sprangen die roten Teufel auf Rang zwölf und haben damit fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Theoretisch könnten die Pfälzer sogar mit 41 Punkten noch absteigen, heißt die Mannschaft von Norbert Meier müsste noch in zwei Spielen punkten. Mit St. Pauli, Aue und dem Club spielt man ausschließlich gegen direkte Konkurrenten, doch die letzten beiden Heimspiele gegen St. Pauli gingen verloren, ebenso wie das Letzte gegen Nürnberg und in Aue konnten die Pfälzer noch nie gewinnen. Der Trumpf der Roten ist die starke Abwehrreihe, nur die Eintracht aus Braunschweig kassierte weniger Gegentreffer.

 

Platz 13: Erzgebirge Aue, 36 Punkte

Restprogramm: VfB Stuttgart (A), 1. FC Kaiserslautern (H), Fortuna Düsseldorf (A)

Unter Domenico Tedesco blühen die Veilchen auf und holten aus acht Spielen 17 Punkte und gehören, wie der FC St. Pauli, zu den Gewinnern der vergangenen Wochen. Aber auf die Auer wartet mit dem VfB Stuttgart der Tabellenführer im nächsten Auswärtsspiel, mit dem FCK und der Fortuna spielt Aue zudem gegen direkte Konkurrenten. Doch genau diese Spiele liegen den Veilchen. Die direkten Duelle gegen Würzburg, St. Pauli, 1860 und Karlsruhe haben die Sachsen in diesem Jahr allesamt gewonnen. Sollten die Lila-Weißen ihre derzeitige Form und Leistung auch in den letzten drei Spielen abrufen, dürfte der Aufsteiger auch nächstes Jahr im Unterhaus spielen.

 

Platz 14: Fortuna Düsseldorf, 35 Punkte

Restprogramm:  Würzburger Kickers (H), 1. FC Nürnberg (A), Erzgebirge Aue (H)

Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben und die Fortunen müssen nach den vergangenen Wochen wieder kräftig zittern. Zwei Punkte aus den letzten sechs Spielen haben die Mannschaft von Friedhelm Funkel wieder in Abstiegsnot gebracht. Vor allem die akute Heimschwäche (nur 15 Punkte diese Saison) macht der Fortuna zu schaffen und dabei empfängt man mit Würzburg und Aue noch zwei direkte Konkurrenten in der Esprit-Arena. Auch die Verletzung von Kevin Akpoguma und die Sperre von Kaan Ayhan wiegen schwer. Sollten die Rheinstädter gegen Würzburg nicht gewinnen, könnte es noch eng werden.

 

Platz 15: Würzburger Kickers, 33 Punkte

Restprogramm: Fortuna Düsseldorf (A), SV Sandhausen (H), VfB Stuttgart (A)

Seit 14 Spielen ohne Sieg, nur sechs Punkte und acht Tore in der gesamten Rückrunde: Die Bilanz der Unterfranken im Jahr 2017 ist erschreckend schlecht. Hätten die Kickers nicht so eine starke Hinrunde gespielt, würden sie längst auf einen Abstiegsplatz stehen. Größtes Problem liegt bei den Aufsteigern im Sturm, mehr als ein Tor gelang der Mannschaft von Bernd Hollerbach dieses Jahr noch nicht. Auch das Restprogramm dürfte wenig Hoffnung machen: Nach dem Kellerduell gegen Düsseldorf warten die Sandhäuser und am letzten Spieltag müssen die Unterfranken nach Stuttgart. Noch nie stieg ein Verein, der eine so lange Durststrecke hatte, nicht ab. Schafft die Mannschaft in den letzten drei Spieltagen nicht die 180-Grad-Wende, geht es wieder zurück in die 3. Liga.

 

Platz 16: TSV 1860 München, 33 Punkte

Restprogramm: Dynamo Dresden (A), VfL Bochum (H), 1. FC Heidenheim (A)

Auch unter Vitor Pereira kommen die Löwen nicht aus den Negativschlagzeilen, nach dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig nahm der DFB die Ermittlungen wegen unsportlichen Verhaltens gegen Pereira auf. Auf den Platz holten die Münchner in den letzten fünf Spielen nur zwei Punkte und fielen wieder auf den Relegationsplatz zurück, vor allem die Chancenverwertung der 60er ist mangelhaft. Mit Dresden und Heidenheim warten zudem zwei schwere Auswärtsspiele, auf fremden Plätzen holten die Löwen in dieser Saison erst magere acht Pünktchen und der VfL Bochum entführte schon häufiger Punkte aus München. Sollte Pereira mit seiner Mannschaft nicht die Kurve kriegen, müsste der TSV wieder in die Relegation oder sogar direkt in die 3. Liga.

 

Platz 17: Arminia Bielefeld, 32 Punkte

Restprogramm: VfL Bochum (A), Eintracht Braunschweig (H), Dynamo Dresden (A)

Jeff Saibene, der neue Trainer der Ostwestfalen, holte aus seinen ersten sechs Spielen starke neun Punkte und dank ihm bleibt die Arminia im Rennen um den Klassenerhalt. Die größte Baustelle ist die Abweh. Mit 52 Gegentoren kassierte kein Team mehr Treffer als die Bielefelder, zudem holte kein Team weniger Zähler auf fremden Plätzen (nur acht Punkten) - das klingt nach einem Absteiger. Das Restprogramm der Arminen hat es ebenfalls in sich, so muss man zu den heimstarken Bochumern und gegen Braunschweig und Dresden spielen. Pikant: Vor drei Jahren spielte Bielefeld auch am letzten Spieltag in Dresden und schoss Dynamo in die 3. Liga, in diesem Jahr könnten die Sachsen aus der Arminia einen Drittligisten machen. Dennoch haben die Bielefelder wie zuletzt gegen Stuttgart bewiesen, dass sie auch starken Mannschaften Paroli bieten können. Allerdings braucht man noch mindestens vier, wenn nicht sogar sechs Punkte, um eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

 

Fazit:

In acht Kellerduellen entscheidet sich in dieser Saison der spannendste Abstiegskampf seit Jahren: noch neun Teams müssen zittern und bangen. Nicht nur das Restprogramm, auch die aktuelle Form und Leistung wird darüber entscheiden, wer in der Liga bleibt und wer dem KSC in die 3. Liga folgen muss oder in der Relegation spielt. Beste Karten haben die Nürnberger und Sandhäuser, denen nur noch wenige Punkte fehlen, auch der Sieger aus der Partie Kaiserslautern gegen St. Pauli wird die Klasse halten können. Richtungsweisend wird das Match zwischen der Fortuna und den Kickers aus Würzburg: wenn die Unterfranken nicht komplett durchgereicht werden wollen, müssen sie wieder einmal gewinnen. Für Aue kann das Heimspiel gegen die Pfälzer in zwei Wochen entscheidend sein, sollte man erwartungsgemäß in Stuttgart mit leeren Händen nach Hause fahren. Die Münchner Löwen haben wie die Bielefelder ein straffes Restprogramm und müssen vor allem gegen ihre Auswärtsschwäche etwas unternehmen. Eins dürfte jedoch sicher sein: Der Abstiegskampf wird in diesem Jahr bis zur letzten Spielminute spannend bleiben, verlieren ist jetzt verboten.

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