Erzgebirge Aue: Wer tritt in Köpkes Fußstapfen?

43 Torbeteiligungen in 86 Pflichtspielen, der Abgang von Pascal Köpke reißt eine riesige Lücke in die Offensive der Veilchen. Neben dem 22-Jährigen verließen auch Cebio Soukou, Ridge Munsy, Albert Bunjaku und Nicky Adler die Auer. Gleich vier neue Stürmer holte der FC Erzgebirge im Sommer. Die Frage ist jedoch, wer wird der neue Köpke?
Die Etablierten: Sören Bertram und Dimitrij Nazarov
Zum Ligaauftakt vertraute Trainer Daniel Meyer einem Duo, dass bereits in der Vorsaison für die Veilchen auf Torejagd ging. Dimitrij Nazarov und Sören Bertram bildeten die Doppelspitze, blieben vor dem gegnerischen Tor aber erfolglos. Nach seinem starken ersten Jahr mit insgesamt neun Toren, fiel die Formkurve bei Nazarov im letzten Jahr stark ab. Nur drei Treffer gelangen dem Nationalspieler Aserbaidschans. Sören Bertram erlebte ebenfalls eine wechselhafte Saison, nach einem guten Start mit vier Toren blieb der Blondschopf fast acht Monate ohne Treffer. Seinen großen Auftritt hatte er dafür im Saisonfinale im Rückspiel der Relegation gegen den Karlsruher SC erzielte Bertram gleich drei Treffer. Nach einer schweren Knieverletzung kämpfte sich Bertram wieder zurück ins Team, jetzt müssen die Leistungen nur noch konstanter werden.
Die Leihspieler: Emmanuel Iyoha und Maximilian Pronichev
Jung, talentiert, aber noch ungeschliffen, der FC Erzgebirge tat sich bei der Suche nach neuen Stürmern in diesem Sommer reichlich schwer. Der Transfermarkt ist absolut überhitzt, was den sparsamen Auern bei ihrer Suche natürlich nicht entgegenkam. Mit Iyoha und Pronchiev kommen zwei junge Stürmer ins Lößnitztal, die bei ihren Bundesligaclubs derzeit keine Einsatzchance bekommen. Iyoha wurde bereits letzte Saison in die 3. Liga ausgeliehen und erzielte in Osnabrück vier Treffer. Für den 20-jährigen spricht vor allem seine Größe, mit 1,91 m ist der längste Stürmer im Auer Kader. Maximilian Pronichev startete letzte Saison noch eine Liga tiefer. In der Regionalliga Nordost ging er für die 2. Mannschaft von Hertha BSC Berlin auf Torejagd. In 19 Spielen gelangen ihm 15 Treffer, eine Bilanz mit der er sich für höhere Aufgaben empfahl. Hertha-Trainer Pal Dardai beorderte ihn in der Vorbereitung sogar zur 1. Mannschaft, den finalen Cut schaffte er aber nicht. In Aue soll er nun wie Iyoha Spielpraxis auf höherem Niveau sammeln und den Veilchen zum Klassenerhalt helfen.
Der Königstransfer: Pascal Testroet
Girth, Andersson, Nyman, es kursierten viele Namen im Erzgebirge in diesem Sommer. Pascal Testroet hatte niemand auf der Rechnung, auch weil der Stürmer beim unliebsamen Erzrivalen Dynamo Dresden spielte. Umso überraschender kam die Verpflichtung des 27-jährigen, der für drei Jahre in Aue unterschrieb. Testroet soll die nötige Durchschlagskraft mitbringen, die man in Aue zuletzt im Sturm vermisste. Der gebürtige Bocholter wurde bei Schalke und Werder groß, in der 3. Liga war er für Bremen II, Offenbach, Osnabrück, Bielefeld und Dresden am Ball und erzielte in 189 über 50 Tore. Bei Dynamo hatte Testroet sein erfolgreichstes Jahr und schoss die Elbstädter mit 18 Toren in die 2. Liga. Dort angekommen musste er sich hinter Stefan Kutschke anstellen und kam hauptsächlich als Joker zum Einsatz. In der letzten Saison stoppte ihn eine schwere Knieverletzung. In Aue möchte sich Testroet noch einmal beweisen, mit seiner Mentalität und seinem Spielstil ist er die perfekte Ergänzung für die Offensive. Bleibt er fit und findet er vor allem seinen Torinstinkt wieder, dann kann er in die Fußstapfen von Pascal Köpke treten.
Das Juwel: Florian Krüger
Beinahe wäre der Transfer von Florian Krüger untergangen. Zusammen mit Pascal Testroet wurde der 19-jährige vergangene Woche vorgestellt. Doch mit seiner Quote brauch sich der gebürtige Staßfurter nicht verstecken. In 96 Junioren Bundesligaspielen für Magdeburg und Schalke gelangen ihm 72 Treffer, sogar für die deutsche Juniorennationalmannschaft lief Krüger auf. Nun will er in Aue den Sprung in den Herrenbereich schaffen.
Fazit
Mit der Runderneuerung im Sturm haben die Veilchen auf die zahlreichen Abgänge im Sommer reagiert. Einen echten nominellen Ersatz für den Abgang von Pascal Köpke konnten die Veilchen nicht verpflichten, aber in der Breite sind die Auer deutlich besser aufgestellt als in der letzten Saison. Im Kollektiv wollen die Veilchen ihren früheren Topstürmer Köpke vergessen machen. Neben etablierten Kräften wie Nazarov, Bertram und Testroet dürften vor allem die jungen Wilden Pronichev und Krüger auf sich aufmerksam machen.