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"Es hat gezeigt, dass es geht": Hansas historischer Sieg in Dresden

© IMAGO / Jan Huebner

Am 20. Mai 1983 ging der F.C. Hansa Rostock mit einem fulminanten 4:1-Sieg in Dresden vom Platz. Fast 39 Jahre später erzielte die Kogge dasselbe Ergebnis in einem historischen Abstiegskracher. Cheftrainer Jens Härtel erlebte verrückte 18 Minuten zu Spielbeginn – und hoffte, dass vier Tore für den Sieg an diesem Tag reichen werden.

"Sonst wäre es dramatisch gewesen"

Im Fußball weiß man bekanntlich nie. Als John Verhoek in der 18. Spielminute per Kopf auf 4:0 für die Hansa-Kogge in Dresden erhöhte, war die Messer praktisch schon gelesen. Trotzdem blieb angesichts der vorherigen Ergebnisse der Rostocker ein letzter Zweifel bestehen – zumindest bei Jens Härtel. "Ich habe gedacht: 'Hoffentlich gewinnst du das Spiel am Ende'. Sonst wäre es dramatisch gewesen", beichtete der 52-Jährige in der Pressekonferenz nach dem herausragenden Sieg. Für die Ostseestädter war es ein historisches Ergebnis.

"Wenn man fast 39 Jahre hier nicht gewonnen hat und dann mit so einer Art und Weise als Sieger vom Platz geht, dann tut das richtig gut. Wir hatten in den letzten zwei Jahren oft das Nachsehen im Derby und wissen, wie bitter sich eine Niederlage zuhause anfühlt", fasst Härtel seine Gefühlswelt zusammen. Mit John Verhoek (6., 18.) und Nils Fröling (10., 13.) wurden zwei Derby-Helden für Rostock geboren. "Das waren schon die verrücktesten 18 Minuten, die ich erlebt habe", so Härtel – der aber auch direkt wieder mahnte: "Es ist trotzdem nur ein Spiel, nur ein Sieg und nur drei Punkte."

Härtel spürt Erleichterung

Mit 24 Punkten nach 21 Spielen steht die Kogge nun auf dem zwölften Rang und hat – dank der Tordifferenz – die SG Dynamo Dresden überholt. "Wir haben jetzt oft auf die Fresse bekommen, auch von den Medien, dass wir uns das Toreschießen schwierig fällt", resümierte Härtel. "Das ging bei mir runter wie Öl, dass wir die erste Chance machen und der Druck weg ist. Zu was wir dann in der Lage sind." Aus dem Schwärmen kam der 52-Jährige kaum mehr heraus – und das wohl völlig zurecht. "Wir haben den Fuß in der Tür dringelassen und Dynamo nicht mehr hereingelassen", erklärte Härtel.

Weiter geht es für Hansa im hanseatischen Duell mit dem SV Werder Bremen (Freitag, 18:30 Uhr). Dann werde die Karten schon wieder neu gemischt, so Härtel. "Wenn ich das Spiel heute sehe, da haben wir sehr, sehr viel richtig gemacht. Gute Ballbesitzphasen und Torchancen en masse. Ein bisschen effizienter, dann wären sogar noch mehr Tore drin gewesen", war sich der Übungsleiter sicher. Das gilt es nun in der kommenden Woche wieder auf den Platz zu bringen, denn vor allem eines hat der Derbysieg in Dresden bewiesen: "Es hat gezeigt, dass es geht."