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Eskalation droht: Kein Sonderzug für Pauli-Fans nach Rostock

IMAGO / Fotostand

Am Sonntag steht das Duell zwischen dem F.C. Hansa Rostock und dem FC St. Pauli an. Die Polizei hat mit Blick auf die Begegnung der Rivalen Bauchschmerzen, stellt sich auf Ausschreitungen ein. Ein weiteres, großes Problem: Die Fans der Kiezkicker bekommen keinen Sonderzug. Somit könnten beide Gruppierungen aufeinandertreffen.

Deutsche Bahn hat keine Kapazitäten

Rund 3.000 Anhänger der Hamburger wollen die Reise nach Rostock auf sich nehmen. Ohne Frage, es steht eine stimmungsvolle Begegnung an. Doch das Gewalt- und Ausschreitungspotential ist groß. "Die letzte Begegnung ist ja noch nicht lange her. Und an der Ausgangslage hat sich seitdem nichts verändert: Letztlich gibt es eine ausgeprägte Feindschaft zwischen Fan-Lagern beider Vereine", erklärte Achim Segebarth, Leiter der Polizeiinspektion Rostock, der "Ostseezeitung" im Interview.

Kein Wunder also, dass die Polizei großen Wert darauf legt, beide Lager strikt zu trennen. Aber: Erstmals seit Jahren steht den Pauli-Fans kein Sonderzug der Deutschen Bahn zur Verfügung, berichtet der "NDR". Ein Aufeinandertreffen mit Hansa-Anhängern ist damit nicht zu vermeiden. "Wir haben versucht, Unterstützung über die Deutsche Bahn und die Bundespolizei zu erhalten. Leider waren diese Bemühungen nicht von Erfolg geprägt", hatte sich der "Fanladen St. Pauli" bereits vergangene Woche in einem Schreiben geäußert. Die Bahn habe keine Kapazitäten – gleiches gelte für Partnerunternehmen.

Beide Fanlager planen einen Marsch

Was Pauli-Präsident Oke Göttlich aufstößt: "Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass es bei einer Auswärtsfahrt mit einer Strecke von weniger als 200 Kilometern nicht möglich sein soll, zumindest einen Entlastungszug einzusetzen, damit unsere Fans sicher nach Rostock reisen können." Der Verein erwarte, dass in der Stadt und im Stadion die Sicherheit der Auswärtsfans gewährleistet werde.   Nun reift im Lager der Kiezkicker-Fans die Idee, mit dem Neun-Euro-Ticket in Regionalbahnen anzureisen. Angesichts der Masse an Menschen wird dies nicht umsetzbar sein. Außerdem halten die Züge an Stationen, die bekanntlich auch von Hansa-Fans genutzt werden.

Um eine komplette Eskalation rund um das Stadion zu verhindern, will die Bundespolizei zusätzliche Kräfte einsetzen. Zudem sollen die Gäste mit Shuttlebussen vom Bahnhof zum Stadion bringen. Diese haben allerdings einen Marsch geplant. Das gilt aber auch für die Kogge-Fans – die nächste Konfrontation droht. Zumal auch die Bus-Verbindung in Rostock eine Vorgeschichte für die St. Paulianer hat. Beim vergangenen Spiel im April mussten die Fans in einem umzäunten Bereich lange auf die Busse warten, wurden dabei von Rostocker Fans mit Böllern beworfen. "Wir haben Lehren daraus gezogen, wie wir An- und Abreise besser organisieren können", sagte Segebarth.