Fall Vuskovic: NADA weist Kritik des HSV zurück

Nachdem HSV-Sportvorstand Jonas Boldt in den vergangenen Tagen Kritik an der Nationalen Doping-Agentur im Umgang mit Mario Vuskovic geübt hatte, hat die NADA gegenüber dem "SID" nun Stellung bezogen und die Aussagen des 40-Jährigen als "inhaltlich faktisch falsch" zurückgewiesen. Verfahrensführer und damit erster Ansprechpartner bleibe der DFB. 

Boldts Vorwürfe seien "inhaltlich faktisch falsch"

Mitte November war HSV-Innenverteidiger Mario Vuskovic positiv auf das Dopingmittel EPO getestet worden, auch die B-Probe sollte wenige Tage später das gleiche Ergebnis zu Tage fördern. Seitdem warten der Zweitligist und der vom Trainingsbetrieb freigestellte 21-jährige Kroate darauf, wie es nun weitergeht. Am Rande des Testspiels gegen den 1. FC Köln (0:4) am vergangenen Samstag hatte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt gegenüber "MagentaTV" nun kritisiert, sich von der NADA "alleine gelassen" zu fühlen und hatte eine gute Zusammenarbeit mit der Nationalen Doping-Agentur angezweifelt. "Wenn man das ganze Prozedere sieht, wirft das schon viele, viele Fragen auf. Wir sind bereit, das alles aufzuklären, aber die Kooperation von der anderen Seite lässt doch zu wünschen übrig", so Boldt.

Die NADA hat nach einer Anfrage des "SID" nun auf die Vorwürfe Boldts reagiert und sie als "inhaltlich faktisch falsch" zurückgewiesen. "Das Verfahren führt der DFB in diesem Fall und ist daher Ansprechpartner", stellte die Agentur klar und äußerte sich auch zu einem weiteren Punkt des HSV. So hatte der Spieler Vuskovic selbst angeboten, einen DNA-Test zu machen, um eine Verwechslung der Proben auszuschließen. Ein Verfahren, dass nach den Vorgaben der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aber erst zu einem späteren Verfahrenszeitpunkt angewendet werden könne, so die NADA. Bis dahin werde die Integrität der Proben "durch dokumentierte Versiegelungs- und Analyseverfahren" sichergestellt.

Vuskovic, der nach einjähriger Leihe im vergangenen Sommer vom Hamburger SV fest verpflichtet wurde - drei Millionen Euro gingen dafür an seinen vorherigen Verein Hajduk Split - droht bei einer Verurteilung im Regelfall eine Sperre von vier Jahren. Sollte die Vuskovic-Seite aber nachweisen können, dass das Medikament unbewusst eingenommen wurde, könnte die Strafe zumindest reduziert werden. In jedem Fall hätte der Hamburger SV die Möglichkeit, den bis 2025 laufenden Vertrag des Innenverteidigers fristlos zu kündigen und so das Gehalt einzusparen. Noch beteuert Vuskovic aber seine Unschuld und wird dabei von den Hansestädtern unterstützt.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"