FC St. Pauli: Spagat zwischen Vorsicht und Vorbereitung
In der Corona-Krise versucht aktuell jeder Fußball-Klub, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der FC St. Pauli ruft seine Spieler deshalb zur Besonnenheit und Vernunft auf. Auch wirtschaftlich kann der Verein die Situation aktuell tragen.
St. Pauli prüft Ausnahmeregelung
Eine Allgemeinverfügung der Stadt Hamburg macht die Metropole im Norden bis zum 30. April nahezu dicht. Wie auch in anderen Teilen des Landes werden damit Vorsichtsmaßnahmen für das Coronavirus getroffen. Betroffen sind dabei auch die Vereine, deren Sportstätten dadurch eingeschränkt werden.
"Wir haben vom Senatsbeschluss Kenntnis genommen und werden gemeinsam mit dem HSV zeitnah prüfen lassen, ob wir – genau wie Hertha BSC und Union Berlin – eine Ausnahmeregelung erlangen können", kündigt FCSP-Sportchef Andreas Bornemann gegenüber der "Bild"-Zeitung an, denn ganz herunterfahren will - und kann - der Klub den Spielbetrieb nicht: "Für die Zukunft, wenn es weiter geht, müssen wir vorbereitet sein."
"Spieler sollen zu Hause bleiben"
Heißt, sollte die Saison nicht abgebrochen werden, soll das Team vom Hamburger Kiez nicht bei Null anfangen müssen. Bornemann ruft zur Vernunft auf: "Die Spieler sollen möglichst zu Hause bleiben und nichts mit Menschen unternehmen, zu denen sie sonst keinen Kontakt haben." Reisen von Leo Östigard und Sebastian Ohlsson in die skandinavische Heimat sollen dementsprechend möglichst nicht stattfinden, genauso wie Gänge in Restaurants.
Für FCSP-Präsident Oke Göttlich wohl eine nachvollziehbare Bitte. "Es gibt in einer Ausnahmesituation kein Gedankenmodell, dass nicht gedacht wird. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst", erklärt der 44-Jährige, will sich aber nicht von der dynamischen Entwicklung treiben lassen. Auch, weil der Verein gut aufgestellt sei: "Der FC St. Pauli kann sich glücklich schätzen, in den vergangenen Jahren wirtschaftlich solide agiert zu haben."