FCN-Pleite in Kiel: Hecking tobt – Handwerker warnt vor Selbstzerfleischung
Der 1. FC Nürnberg kommt im Abstiegskampf auch rund zwei Monate nach der Entlassung von Trainer Markus Weinzierl nicht vom Fleck weg. Nach dem desolaten Auftritt der Franken bei der 1:2-Pleite bei Holstein Kiel schrillen am Valznerweiher die Alarmglocken. Sportvorstand und Weinzierl-Nachfolger Dieter Hecking stellt die Mannschaft wegen mangelnder Einstellung bereits an den Pranger.
Hecking sauer: "Rückfall in alte Zeiten“
"Es macht mich nachdenklich, dass wir in Kiel einen Rückfall in alte Zeiten hatten. Ich glaubte, dass wir sie behoben hatten. Das habe ich in der Form nicht erwartet“, schimpfte Hecking in der Bild-Zeitung nach der achten Saisonpleite seines Teams auf den behäbigen Auftritt seiner Mannschaft.
In seiner immensen Verärgerung über das gefühlt beinahe körperlose Spiel seines Teams legte der 58-Jährige nach. "Wir verlieren eine Vielzahl an Zweikämpfen, weil wir nicht robust genug sind, weil wir die falsche Einschätzung von persönlichen Zweikämpfen haben. Das geht so nicht! Wenn man einen Abwehrspieler von uns fragen, ob sie permanent Druck gespürt haben, werden die das alle bejahen. Wenn ich die Abwehrspieler von Kiel frage, würden die alle nein sagen. Das ist der entscheidende Unterschied“, meinte Hecking spürbar wütend.
Schon in der Pressekonferenz nach Spielende hatte der Ex-Profi seinem Team ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: "Es war naiv, wie wir die Gegentore kriegen. Das ist sehr ärgerlich. Wir sind schon frustriert, die Art und Weise heute war negativ, und wie wir die Zweikämpfe verloren haben, war mangelhaft.“
Heckings Unmut ist nachvollziehbar. Nach nur zwei Punkten aus den vergangenen vier Spielen ohne Sieg hat der „Club“ nur drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz. Das Polster ist damit lediglich einen Zähler größer als bei Weinzierls Entlassung. Entsprechend durchwachsen ist auch Heckings seitherige Zwischenbilanz: Von den sieben Spielen unter seiner Regie gewann der FCN lediglich zwei Begegnungen.
Geis-Mahnung: "Abstiegskampf heißt kämpfen“
Seine Spieler beteuerten vor dem nächsten Spiel am Samstag gegen den noch mit Aufstiegsambitionen anreisenden Ex-Pokalsieger Fortuna Düsseldorf unisono Bewusstsein für die brenzlige Situation. Dennoch empfand Mittelfeldspieler Johannes Geis auf der Vereinshomepage den Zeitpunkt für Klartext offenbar gekommen: "Wir sind im Abstiegskampf, und da heißt es kämpfen.“
Defensiv-Spezialist Tim Handwerker betonte Nürnbergs Vorteil gegenüber der Konkurrenz und beschwor den Teamgeist: "Wenn wir unsere Punkte holen, ist egal, was die anderen machen. Wir brauchen jetzt Zusammenhalt und dürfen uns nicht gegenseitig zerfleischen.“