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Feldhoff noch sieglos: Osnabrück "kopflos" im Abstiegskampf

© imago-images / Nordphoto

Markus Feldhoff ärgerte sich über die nächste Pleite des VfL Osnabrück weniger als über die anstehende Zwangspause. Trotz der 1:2-Niederlage der Lila-Weißen im Nordduell mit dem FC St. Pauli sah der VfL-Coach nach dem zweiten vergeblichen Anlauf der abstiegsbedrohten Niedersachsen unter seiner Regie auf den ersten Sieg seit Anfang Januar einen leistungsmäßigen Silberstreif am Horizont und wertete die Saisonunterbrechung wegen der anstehenden Länderspiele als störend.

"Glauben an uns erarbeiten“

"Ich habe wieder einen Schritt nach vorne gesehen und würde lieber weiterspielen", sagte Feldhoff auf der Pressekonferenz. In einer Situation, in der viele seiner Kollegen froh über die zusätzliche Zeit für intensivere Arbeit mit ihrem neuen Team auf dem Trainingsplatz wären, begründete der 46-Jährige seine Sichtweise mit dem dringenden Bedürfnis seines Teams nach einem Erfolgserlebnis: "Wir brauchen Spiele, um uns in guten Phasen auch wieder zu belohnen und dadurch auch wieder zu stabilisieren, damit wir uns den Glauben an uns wieder erarbeiten."

So sehr ist Feldhoff auf den angestrebten Klassenerhalt fokussiert, dass sich der Ex-Profi mit der Debatte über den womöglich schon entscheidenden Foulelfmeter der Gäste durch Guido Burgstaller nach einer strittigen Entscheidung von Schiedsrichter Martin Thomsen gar nicht aufhalten wollte: "Wenn die Entscheidung von außen überprüft und bestätigt wurde, gehe ich auch davon aus, dass sie richtig gewesen ist."

Trapp sauer auf Schiedsrichter Thomsen

Das sah sein Kapitän Maurice Trapp als angeblicher "Sünder“ völlig anders. Der Defensivspieler hatte Thomsen nach einem "Geständnis" des vermeintlich gefoulten Omar Marmoush vergeblich um eine persönliche Nachfrage bei dem Hamburger gebeten und hätte sich auch eine Überprüfung des Pfiffs am Bildschirm in der Review-Area erwartet und ärgerte sich am Sky-Mikrofon maßlos über die Ignoranz des Referees: "Der Spieler sagt selbst, dass es kein Elfmeter war, wir haben gesprochen. Ich verstehe nicht, warum der Schiedsrichter das nicht macht, und warum man da nicht rausgeht und es sich selbst anschaut", schimpfte Trapp.

Der Elfmeter leitete letztlich trotz des wertlosen Anschlusstreffers durch Marc Heider (79.) die schon neunte Heimpleite der schwächsten Heimmannschaft der Liga ein. Aus Feldhoffs Sicht war St. Paulis Sieg gegen seine nach dem Rückstand "kopflosen" Spieler zwar auch "verdient“, dennoch sah sich der Nachfolger von Marco Grote in seiner Zuversicht für den Endspurt im Abstiegskampf bestärkt: "Wir haben nach dem 0:2 große Moral gezeigt, an uns geglaubt und deshalb auch noch unser Tor gemacht. Das Spiel gibt Mut, dass wir unser großes Ziel noch erreichen werden.“

Tatsächlich beträgt der Rückstand zum Nordrivalen Eintracht Braunschweig auf dem ersten Nichtabstiegsplatz noch nur drei Punkte, doch idealerweise sollte Osnabrück seine immer gruseligere Negativserie von elf sieglosen Spielen schnellstens beenden – doch Karsamstag (3. April) ist Feldhoffs Mannschaft bei Aufstiegsaspirant Karlsruher SC wieder nur Außenseiter.