Freiburg stürmt mit Torfestival an die Spitze
Fußball, wir lieben dich! Mit einem wahren Feuerwerk haben die Mannschaften des SC Freiburg und des 1. FC Nürnberg den Auftaktspieltag der neuen Zweitliga-Saison beschlossen. Nicht weniger als neun Tore bekamen die 23.700 Zuschauer im prall gefüllten Schwarzwaldstadion zu sehen, am Ende stand ein fulminanter 6:3-Sieg der Heimmannschaft zu Buche. Der Absteiger aus dem Breisgau ist somit auch der erste Tabellenführer in Liga Zwei.
Power-Fußball von der ersten Sekunde an
Die Mannschaft von Christian Streich, der mit Schwolow, Höhn, Günter, Höfler und Philipp fünf Spieler aus der eigenen Fußballschule in die Startelf beordert hatte, berannte von Anpfiff an den Strafraum der Gäste. In höchstem Tempo rollte
Angriff auf Angriff Richtung FCN-Tor, die Franken wussten gar nicht recht wie ihnen geschah. Besonders auf der linken Seite funktionierte das Zusammenwirken von offensiven und defensiven Außen schon ganz hervorragend, fehlende Abstimmung nach der kurzen Vorbereitung war wenig zu sehen. Und ganz vorne steht Nils Petersen. Die neue Ikone der Sportclub-Fans äußerte sich vor dem Spiel trotz torloser Vorbereitung bereits optimistisch und sollte Recht behalten. In nur fünf Minuten gelang dem gebürtigen Halberstädter der zweitschnellste Hattrick in der Geschichte des Unterhauses. Zweimal war er dabei vom Elfmeterpunkt erfolgreich - für Freiburger nicht selbstverständlich, denn gerade in der Vorsaison wurde der eine oder andere Strafstoß vergeben. Als Mike Frantz gegen seinen Ex-Klub nachlegte, war die Partie bereits nach 40 Minuten eigentlich gelaufen. Der schöne Sonntagsschuss am Montagabend, abgefeuert vom Nürnberger Neuzugang Kevin Möhwald, zum 1:4-Pausenstand aus Sicht des Clubs schien nur Kosmetik zu sein.
Freiburg zittert, fällt aber nicht
Doch Fußball ist nicht planbar und mit dem Mut der Verzweiflung kamen die Gäste aus der Kabine. Keine drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da nutze Hanno Behrens eine Unachtsamkeit nach einem Eckball zum 2:4.
Spätestens als Schiedsrichter Tobias Stieler kurz darauf zum dritten Mal auf den Elfmeterpunkt vor der Südtribüne zeigte, kam beim Freiburger Anhang die böse Erinnerung an viele vergebene Führungen im Vorjahr zurück. Die Rot-Schwarzen wankten nun, Keeper Alexander Schwolow musste hellwach sein, um den Ausgleich zu verhindern. Vom tollen Spiel der Anfangsphase war nichts mehr zu sehen.Und doch fiel der Lucky Punch auf der anderen Seite: mit einem überragenden Diagonalball auf Maximilian Philipp leitete Torrejon die Entscheidung ein. Der junge Angreifer düpierte dann im Eins gegen Eins seinen Gegenspieler, zog zum Tor und vollendete zum 5:3. Das Tagwerk des Sportclubs war noch nicht ganz vollendet, Chancen von Abrashi und dem eingewechselten Guede blieben aber ungenutzt. Erst als Kapitän Julian Schuster, der wiederum nur von der Bank kam, im Strafraum von Mike Frantz freigespielt wurde und im Fallen zum 6:3-Endstand einnetzte, sprang die Dreisam endgültig vor Freude über das Ufer.