Frust als Pflichtübung: "Lilien“ haben Aufstiegsfeier "noch im Tank“

Unmittelbar nach dem mental womöglich schwierigsten Spiel dominierte bei Darmstadt 98 nur noch die Vorfreude auf die emotional vermutlich schönsten Momente der Saison. Nach dem 0:4 zum nur statistisch relevanten Saisonabschluss bei der SpVgg Greuther Fürth und trotz der verpassten Zweitliga-Meisterschaft dachten die schon vorher als Aufsteiger feststehenden Lilien nur noch an die gemeinsame Feier am Pfingstmontag in der Heimat mit ihren Fans.

"Spiel soll nicht schmälern, was wir erreicht haben“

Trainer Torsten Lieberknecht bemühte sich erst gar nicht um den Anschein von Niedergeschlagenheit wegen der hohen Niederlage. "Das Spiel soll aber nicht schmälern, was wir diese Saison erreicht haben. Wir sind trotzdem glücklich. Es wäre geheuchelt, wenn wir uns nicht weiter über den Erstliga-Aufstiegs freuen würden“, machte der Coach auf der Pressekonferenz in seiner authentischen Manier die Relationen nachvollziehbar deutlich – und leitete bereits die anstehenden Party ein: "Ich wünsche mir einen Sensationstag für Darmstadt, für alle Darmstädter und Darmstädter Fans, dass sie sich feiern und die Mannschaft honorieren für das, was sie geleistet hat.“

Auch seine Spieler mochten Frust über die höchste Saisonniederlage der Hessen bestenfalls pflichtbeflissen erkennen lassen. "Wir hatten uns das schon anders vorgestellt“, meinte Abwehrroutinier Fabian Holland auf der Vereinshomepage mit Blick auf die ausgefallene Ehrung als Meister des Unterhauses: "Es ist ärgerlich, mit so einem Ergebnis die Saison zu beenden. Trotzdem glaube ich, dass wir alle nochmal etwas zu feiern haben. Die Party haben wir noch im Tank.“

Gjasula: "Kein Moment, ansatzweise traurig zu sein“

Klaus Gjasula trauerte der „kleinen Schale“ auch nur mit höchst begrenzter Enttäuschung nach. "Direkt mit Abpfiff war das Gefühl kein schönes, weil wir natürlich etwas mitnehmen wollten: Wir sind über weite Strecke der Saison Tabellenführer gewesen, natürlich hätten wir da die Meisterschaft gerne geholt“, meinte der Mittelfeldspieler, um direkt danach klarzustellen: "Trotzdem ist es natürlich kein Moment, um ansatzweise traurig zu sein.“

Der 33-Jährige empfand denn auch schon die Verabschiedung von den mitgereisten Fans in Fürth nur als Vorstufe für die ganz große Party: "Das Feiern mit den Fans war etwas Besonderes. Unsere Fans sind einfach geil.“

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