"Fünf-Millionen-Mann" entscheidet Spiel: Münster weiter sieglos
Wieder gut gespielt, wieder keine Punkte. Der SC Preußen Münster muss die zweite Niederlage im dritten Spiel verdauen. Ein spätes Tor von Ragnar Ache brachte die Adlerträger im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern um den Lohn. Cheftrainer Sascha Hildmann erkannte an, dass das Lehrgeld noch nicht ausgezahlt ist.
"Merkt man dann am Ende natürlich"
Am Ende entschied der wertvollste Mann auf dem Platz das Spiel, nämlich FCK-Stürmer Ragner Ache. Der umworbene Angreifer, für den die Roten Teufel rund fünf Millionen Euro auf dem Transfermarkt aufrufen, machte spät den Siegtreffer für die Lautrer (86.). "Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht", führte SCP-Coach Sascha Hildmann nach Spielschluss aus. "Eine Erkenntnis ist aber auch: Wir treffen in der 2. Liga jetzt auf Spieler mit 5 Millionen Euro Marktwert. Das merkt man dann am Ende im Spiel natürlich auch."
Zum dritten Mal im dritten Spiel war Münster nicht die schlechtere Mannschaft auf dem Platz. "Der letzte finale Pass kam aber leider immer wieder nicht an, weil wir am Ende zu ungenau waren", sah Hildmann dennoch Stellschrauben, an denen die Adlerträger noch drehen müssen. Gerade nach dem Ausfall von Malik Batmaz, für den Etienne Amenyido in die Startelf rückte. "Wir müssen weitermachen und dann bin ich mir auch sicher, dass wir unsere Tore machen werden. Unsere Jungs haben alles gegeben und ich finde, dass wir auf einem wirklich guten Weg sind", so der SCP-Coach. Zustimmung erhielt er aus der Mannschaft.
"Es müssen einfach Punkte folgen"
"Heute hat man gesehen, dass nicht genutzte Chancen in der 2. Liga am Ende eiskalt bestraft werden", erklärte beispielsweise Joshua Mees, auch Marc Lorenz sah ein bitteres Ergebnis: "Uns fehlt der letzte Punch, dass vorne das Ding auch mal reingeht. Es ist sehr frustrierend, weil wir sehr, sehr viel investieren und richtig guten Fußball spielen, wie ich finde." So gehen die Münsteraner mit nur einem Punkt aus drei Partien, was auf dem Papier erst einmal nach einem Fehlstart für den Aufsteiger aussieht. Doch das Empfinden bei den Adlerträgern war ein anderes.
"Wir müssen mindestens ein Tor schießen. Wenn das nicht klappt, müssen wir so clever sein und zumindest einen Punkt mitnehmen. Ich sage aber auch: So wie wir spielen, müssen einfach in den nächsten Spielen Punkte folgen", fasste Mikkel Kirkeskov die Lage bei den Preußen zusammen. "Ich bin mit unserer Leistung im Wesentlichen wirklich zufrieden, aber wir müssen uns für den Aufwand natürlich auch belohnen." Folgt die Trendwende in der Tabelle ausgerechnet beim Hamburger SV? Vor der Länderspielpause ist die Hildmann-Elf an der Elbe gefordert (Samstag, 13 Uhr). Zur Akklimatisierung in der 3. Liga hatte Münster vergangene Saison auch ein Halbjahr gebraucht. So lange soll es dieses Mal nicht dauern.