Fürth im Freudentaumel - Trainer Leitl lässt Zukunft offen
Nicht wenige hatten damit gerechnet, dass die SpVgg Greuther Fürth über die Aufstiegs-Relegation einen Umweg Richtung erste Liga nehmen müsste. Doch aufgrund der Kieler Niederlage und einer eigenen Leistung des Willens beim 3:2-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf sind die Kleeblätter nach acht Jahren Abstinenz wieder erstklassig. Trainer Stefan Leitl sorgte inmitten der Euphorie für einen Stimmungsdämpfer.
Spiel in Unterzahl gedreht
"Für mich ist es ein Fußball-Märchen, ich glaube, dass dieses Märchen dem Verein sehr gut tut", äußerte sich Trainer Stefan Leitl nach dem Sieg gegen die Düsseldorfer und dem damit verbundenen Aufstieg. Dabei sah es zur Halbzeitpause denkbar schlecht aus: Kristoffer Peterson hatte die Gäste in Führung gebracht, zudem sah Anton Stach kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs nach eine Foulspiel die rote Karte (45.+3). Darüber hinaus führten auch die Kieler zur Pause mit 1:0. Die Fürther hätten zu diesem Zeitpunkt in die Relegation gemusst. "Kompliment an die Jungs, ich habe, das muss ich gestehen, keine Worte, weil in so einem Spiel in Rückstand zu geraten und in Unterzahl zu sein! Und du kommst in die Kabine, sprichst mit den Jungs, über ihre Gefühlslage. Und das erste was kommt: Coach, wir gehen raus und spielen gnadenlos Pressing wie immer!", schilderte Leitl den Siegeswillen seines Teams.
Und die Marschroute wurde umgesetzt, Branimir Hrgota erzielte per Strafstoß das 1:1 (53.). Auch der nächste Nackenschlag, das 2:1 für die Fortunen durch Shinta Appelkamp nur drei Minuten später, wurde weggesteckt. Denn die Hausherren spielten weiter Offensivfußball und belohnten sich durch Julian Green (69.) und Dickson Abiama (83.). "Der Teamgeist ist da und nur deswegen sind wir Aufsteiger, nur weil wir so einen Teamgeist haben. Das Gefühl ist unmenschlich. Es ist sehr, sehr schwer, Worte dafür zu finden. Das ist auf jeden Fall ein Highlight für so eine junge Mannschaft und vor allem für Fürth, dass wir jetzt aufgestiegen sind", sagte Hrgota nach dem Spiel. "Die Jungs haben es verdient, aufzusteigen und jetzt Bundesliga spielen zu dürfen", meinte der Coach freudentrunken. "Viel Spaß allen Fürthern beim Feiern – und nächstes Jahr spielen wir gegen Bayern München."
Leitl vermeidet klare Aussage
Ob Leitl dann noch der Trainer der Franken ist, ist allerdings ungewiss. Der 43-Jährige ließ seine Zukunft offen: "Ich muss jetzt erst einmal die Emotionen sacken lassen. Die Saison hat brutal viel Kraft gekostet", so Leitl, der trotz mehrfacher Nachfragen keine bindende Aussage treffen wollte. "Wir müssen die Saison analysieren. Ich möchte das mit meiner Familie besprechen." Der Abgang des Erfolgstrainers, der ein Kandidat bei Zweitliga-Absteiger Werder Bremen sein soll, wäre ein Rückschlag inmitten der Abstiegs-Euphorie. Zumal bereits drei Spieler den Klub im Sommer verlassen werden: David Raum (TSG Hoffenheim), Sebastian Ernst (Hannover 96) und Paul Jaeckel (Union Berlin) gehen ablösefrei.