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Fürth setzt Konkurrenz unter Druck: Wirbel um VAR am Ende "egal"

© IMAGO / Zink

In einem Spiel mit zwei Führungswechseln ging die SpVgg Greuther Fürth als Sieger hervor, doch der zwischenzeitliche Ausgleich des SV Sandhausen sorgte bei den Kleeblättern für Kopfschütteln. Selbst der Videoassistent bestätigte den Treffer, der durch Foul- und Handspiel zustande kam. Cheftrainer Stefan Leitl wollte sich nur noch auf das Saisonfinale konzentrieren.

"Ich verstehe das nicht mehr"

Die Szene zum 1:1-Ausgleich schwirrte allen Beteiligten noch weit nach Abpfiff durch den Kopf, obwohl der Tabellenzweite am Ende des Tages einen 3:2-Sieg davontrug. SVS-Abwehrspieler Tim Kister geriet bei seiner Vorlage in den Zweikampf mit Torhüter Sascha Burchert, danach war noch die Hand des Verteidigers im Spiel. Einer Überprüfung des VAR hielt der Treffer jedoch stand. "Wenn der Schiri da Foul pfeift, kann man nicht meckern. Wenn er es laufen lässt, kann man auch nicht meckern. Das ist für den Schiedsrichter auch schwer. Für mich war es in Ordnung, dass es weitergelaufen ist", rechtfertigte Kister im "Sky"-Interview die Szene, in der er aus dem Vollsprint heraus noch zurückziehen wollte, aber Fürths Keeper auch "noch eine super Aktion, dass er sich da noch rumwälzt", machte.

"Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll", monierte die Gegenseite in Person von Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi. Der Schubser gegen Burchert und das anschließende Handspiel seien klar gewesen. Doch offensichtlich war dieses nicht absichtlich. Nach aktuellem Regelwerk müsste jedoch "unmittelbar" ein Tor fallen, um ein unabsichtliches Handspiel zu abzupfeifen. Für Azzouzi eine Sache des Interpretationsspielraums: "Ich finde, der Spieler, der mit der Hand dran ist, der spielt den Ball quer, es waren ja nicht 20 Sekunden. Ich kann mich an Situationen erinnern, in denen es Abseits war, da waren glaube ich 37 Kontakte danach, der Ball geht rein und die geben Abseits. Was ist denn das? Ich verstehe das nicht mehr."

"Kein einfaches Restprogramm"

Am Ende räumte Azzouzi aber auch ein, dass er sich darüber aktuell keine weiteren Gedanken machen wollte. "Egal, wir haben gewonnen", machte der Ex-Profi seinem Ärger Luft und schloss sich damit dem Fazit seines Coaches an. "Sehr fragwürdig, dann brauchen wir diesen Videoschiedsrichter auch nicht", kommentierte Stefan Leitl die Szene mit wenigen Worten. Der Fokus des Übungsleiters lag viel mehr auf dem Spielgeschehen an sich, das mit dem Fürther Führungstreffer startete: "Trotz dieser extremen Mannorientierung haben wir viele Möglichkeiten gehabt und hochkarätige Chancen, um höher zu führen."

Nach dem umstrittenen Ausgleich folgte das zweite Tor des SVS, das Fürth in Schlussphase wiederum zu seinen Gunsten drehen konnte. "Ich glaube, die hatten sieben Spieler auf dem Feld, die 1,90 Meter groß waren", staunte Leitl über die Körperlichkeit im Spiel des SVS, gegen die sich die Kleeblätter dafür durchsetzen mussten. Das Aufatmen war groß: "Emotional unglaublich für uns, dass wir das Spiel noch gedreht haben." Denn mit Karlsruhe (H), Paderborn (A) und Düsseldorf (H) steht das Restprogramm für das große Finale längst fest. "Es ist kein einfaches Programm", gab Leitl zu und bat darum, die Situation jetzt nicht an der Tabelle festzumachen. Aktuell steht Fürth sechs Punkte vor dem dritten Platz – ohne die Nachholspiele der Konkurrenz. Doch für der Fürther Coach war klar: "Für uns war wichtig, großen Druck auszuüben auf die Konkurrenz, das ist uns gelungen."