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FWK hadert mit Gegentoren: "Würde eine gelbe Karte für Schwalbe geben"

© IMAGO / Zink

In Fürth bewiesen die Würzburger Kickers einmal mehr in dieser Saison ihre Zweitliga-Qualität, denn im Duell mit der Spielvereinigung agierte die Elf von Cheftrainer Bernhard Trares über weite Strecken in Augenhöhe – und am Ende setzte es doch eine 1:4-Niederlage. Nicht nur der strittige Elfmeter ärgerte den Coach nach Abpfiff, sondern ganz einfach das Abwehrverhalten.

"Wir haben vieles gut gemacht"

"Für mich ist das heute ein gebrauchter Tag", eröffnete FWK-Cheftrainer Bernhard Trares die Pressekonferenz nach der 1:4-Pleite seiner Mannschaft in Fürth. Vorausgegangen war eine Partie voller Kuriositäten, in der höchstens das letzte Tor der Spielvereinigung für wenig Diskussionsstoff sorgte. Alles aber der Reihe nach, denn vor den vier Treffern der Fürther ging der Tabellenletzte aus Würzburg in Führung. "Wir haben vieles gut gemacht, das hört sich jetzt doof an", erklärte Trares, der ein deutliches Chancenplus bei seiner Mannschaft wahrnahm – und damit nicht falsch lag.

Nach einem Steckpass auf Sontheimer begann das Spektakel. Sascha Burchert stürmte als Fürther Keeper weit aus seinem Kasten heraus und traf den durchstartenden Würzburger mit den Stollen auf der Brust, konnte aber den Querpass zu Ridge Munsy nicht mehr verhindern – 1:0 aus Würuburger Sicht. "Bei einer Notbremse, nach der ein Tor fällt, gibt es keine rote Karte", urteilte Trares milde über die Entscheidung, dass Burchert nicht mit einem Platzverweis bestraft wurde. Gleichwohl hielt der FWK-Coach fest: "Ein Mittelfeldspieler im Mittelfeld hätte wohl Rot gesehen." Spielentscheidend war die Szene für den 55-Jährigen aber ohnehin nicht.

Trares bemängelt Gegentore

Dies galt viel mehr für die Gegentore, die Trares mächtig aufstießen. "Wir haben wenig Chancen zugelassen, aber schenken dem Gegner einfach zwei Tor. Das 1:0 und 2:0 total geschenkt, das Dritte total geschenkt", ärgerte sich der Cheftrainer maßlos. Zuerst war es Innenverteidiger Christian Strohdiek, der einen viel zu kurzen Rückpass per Kopf direkt in die Fürther Füße spielte. Danach wurden mehrere Gegner im eigenen Sechzehner wenig attackiert. Die Krönung folgte per Videoassistent, als er bei einem vermeintlichen Foulspiel von FWK-Keeper Hendrik Bonmann eingriff. "Ich würde dem Fürther Spieler eine gelbe Karte für eine Schwalbe geben", beurteilte Trares die Szene. Weil er sie sich "nur einmal kurz aus dem Augenwinkel" angesehen hatte, wollte der 55-Jährige nicht zu scharf urteilen.

Klar ist aber, dass dieser Elfmeter mindestens fragwürdig war – und den Würzburgern jegliche Motivation raubte. Beim Stand eines 1:2-Rückstandes aus FWK-Sicht brachte der Strafstoß die Entscheidung. "Heute war ein Spiel, dass du gewinnen kannst", sah Trares aufgrund der eigenen Leistung keinen Grund, aus der Deutlichkeit der Niederlage einen negativen Schluss zu ziehen. Trotzdem legte sich der 55-Jährige auf die Schwächen der Dallenberger fest: "Einerseits ist es die Chancenverwertung, andererseits die Gegentore. Wir machen Fehler, die wehtun und uns das Ergebnis nehmen." Oft darf dem FWK dies nicht mehr passieren. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt inzwischen zehn Punkte, zum Abstiegs-Relegationsplatz sind es sechs Zähler.