"Glücklicher Sieger": Lilien beenden Ergebniskrise und sind Zweiter

Dieser Schlag war für die Lilien mal wirklich glücklich: In der letzten Offensivaktion gelang Mathias Honsak in Dresden der Befreiungsschlag, um nicht das vierte Spiel in Serie ohne Sieg einzusammeln. Dadurch schieben sich die Darmstädter wieder auf den zweiten Platz vor. Glücklich war der Erfolg dennoch, wie alle Beteiligten festhielen.

Lieberknecht musste Offensive ausrichten

Die Lilien hatten sich gerade die Tabellenspitze erobert, da folgte die heftige Niederlage gegen den Hamburger SV (0:5) und nur noch zwei Punkte aus den Duellen mit Hannover (2:2) und Rostock (1:1). Ergebnistechnisch sah das für den Geheimfavoriten im Aufstiegsrennen dementsprechend nüchtern aus. Auch in Dresden war ein Sieg im Spielverlauf kaum absehbar. "Wir sind heute der glückliche Sieger", hielt Cheftrainer Torsten Lieberknecht daher nach der Partie fest. In der Schlussminute setzten die Lilien nämlich doch noch den Lucky-Punch. "Glücklich darum, weil der Zeitpunkt des Tores so spät war. Das Spiel hat in der Nachspielzeit eine Wendung genommen, mit der keiner mehr gerechnet hatte."

Auf ein torloses Remis zwischen dem Auf- und Abstiegskandidaten wäre wohl für viele Zuschauer das gerechte Ergebnis gewesen. Lieberknecht befasste sich daher mit den Faktoren, die es den Darmstädtern schwierig machten. "In der ersten Halbzeit mussten wir erst einmal Lösungen gegen die Grundordnung der Dresdner finden", so der Übungsleiter, auf dessen Offensiv-Strategien sich die SGD eingestellt hatte. Aber Lieberknecht reagierte mit Signalwirkung: "In der zweiten Hälfte haben wir umgestellt und im Laufe der zweiten 45 Minuten ein Zeichen gesetzt, in dem wir einen Sechser geopfert und dafür einen weiteren Stürmer gebracht haben." Am Ende profitierte Darmstadt dann von Joker Mathias Honsak.

"Honsi, heute ist es wieder so weit"

Der spritzte bei einem schwachen Torschuss gerade noch dazwischen, um die Kugel über die Linie zu spitzeln. "Das Tor selbst habe ich überhaupt nicht richtig gesehen und habe erst später gehört, dass Honsi das Tor geschossen hat", kommentierte SVD-Torhüter Marcel Schuhen den Siegtreffer, für den er gar keine richtige Zeit hatte. Denn bis zuletzt war der Keeper gefordert. " Das sind dann Emotionen pur, obwohl man sich dann direkt nochmal auf die letzte Aktion konzentrieren musste. Geklärt, Feierabend, unglaublich!", so Schuhen, der zuletzt gegen Ingolstadt seinen Kasten sauber hielt. Obwohl der Sieg am Ende glücklich war, stach besonders ein Faktor heraus - denn die Willensleistung der Lilien wurde belohnt.

"Da war die pure Leidenschaft drin, noch das entscheidende Tor zu machen. Und mit absolutem Willen haben wir das 1:0 gemacht", freute sich auch Honsak über die Entscheidung im Spiel. Und er gestand seinem Cheftrainer den richtigen Riecher zu. "Der Trainer hat vor meiner Einwechslung zu mir gesagt: 'Honsi, heute ist es wieder so weit. Du machst dein Tor.'" So kam es letztlich auch, weil Honsak gedankenschnell reagierte - beim Tor, aber auch danach. "Ich habe nach meinem Tor die richtige Seite zum Jubeln erwischt und bin direkt zu unseren Fans gerannt", musste der junge Österreicher schmunzeln, weil er den Gästeblock im Stadion beim Jubeln fand. Einen besseren Zeitpunkt hätte es für Honsak wohl nicht gegeben.

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