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Großer Hansa-Jubel in Hamburg: "Für den Sieg nicht entschuldigen"

© IMAGO / Nordphoto

Ein Last-Minute-Treffer von Kevin Schumacher ließ den F.C. Hansa Rostock ausgerechnet beim favorisierten Hamburger SV jubeln. Für den 1:0-Sieg an der Elbe wollte sich Cheftrainer Jens Härtel nicht entschuldigen müssen, denn die Kogge habe sich den Punktgewinn mit allen verfügbaren Mitteln erkämpft. Obwohl natürlich auch Glück eine Rolle spielte.

Schumachers erster Treffer

Im Laufduell konnte Ogechika Heil den durchstartenden Kevin Schumacher nicht mehr entscheidend behindern, sodass der Rostocker Flügelspieler nicht lange fackelte und das Spielgerät ins lange Eck schweißte. Für das erste Zweitliga-Tor hätte sich der 24-Jährige kaum einen besseren Zeitpunkt aussuchen können, denn der Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit war das Siegtor der Hansa-Kogge beim Hamburger SV. Schumacher schlug die Hände über den Kopf, konnte es kaum glauben – aber der Jubel war grenzenlos.

"Wir sind natürlich super happy, dass wir hier in Hamburg bei einer fantastischen Atmosphäre drei Punkte mitgenommen haben", erklärte Hansa-Coach Jens Härtel in der Pressekonferenz nach der Partie – und verwies auch auf den traurigen Anlass im Volksparkstadion und das nötige Glück, das den Sieg der Ostseestädter begünstigte. "Wir müssen uns für den Sieg nicht entschuldigen. Den haben wir uns mit unseren Mitteln hart erarbeitet", so Härtel. Denn beim favorisierten HSV ist ein Erfolg der Kogge durchaus ein Ergebnis, das viele nicht erwartet haben.

"Mit Vollspann ins lange Eck"

Härtel selbst hätte vor der Partie auch weniger unterschrieben. "In den letzten zehn Minuten wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden gewesen", gestand der Übungsleiter ein. "Natürlich brauchten wir heute auch einen guten Torhüter und der hat fantastisch gehalten. Da hätte uns das Spiel auch weggehen können." Doch die Kogge blieb dran und erzwang das Last-Minute-Glück durch Schumacher. Somit kann Rostock bereits am 2. Spieltag die ersten Punkte einfahren. Ein Umstand, der Härtel erleichtert: "Es tut gut, jetzt schon etwas auf dem Tableau zu haben."

Zu Spielbeginn war Hansa gut in die Partie gekommen, verteidigte diszipliniert. Allerdings fehlten anfang die Nadelstiche nach vorne, doch spätestens nach einer halbe Stunde war die Kogge drin – und im zweiten Abschnitt sogar leicht besser, was das Chancenplus anging. "Solange das Ergebnis offen blieb, waren aufgrund der Spielweise des HSV die Räume da. Die gilt es zu bespielen, das haben wir ordentlich gemacht", verriet Härtel im Nachgang seinen Matchplan. Einen dieser Räume nutzte dann Schumacher, der ebenfalls von den Tipps seines Coaches profitierte: "Er kommt immer wieder mal in solche Situationen, dann versucht er irgendwie auf das kurze Eck zu schießen. Ich sage immer, er soll mit Vollspann in die lange Ecke schießen. Wenn er den richtig trifft, ist der in der Regel drin." Genau so war es dann auch an der Elbe.