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"Haaland kann niemand alleine angehen": Werners Kieler sind gewappnet

© IMAGO / Zink

Der enge Terminkalender von Holstein Kiel war in den letzten Tage immer wieder ein Thema, doch an diesem Samstag (20:30 Uhr) werden die Störche wohl gerne bereit sein. Das Halnfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund steht an – und alle erinnern sich natürlich an die besiegten Bayern auf dem Weg dorthin. Gelingt der KSV erneut der Coup?

"Sportliche Herausforderung annehmen"

Als Kiel vor über neun Jahren zum ersten und einzigen Mal auf Borussia Dortmund traf, war es bereits das DFB-Pokalviertelfinale. Nun sind beide Teams schon eine Runde weiter. KSV-Cheftrainer Ole Werner, der die damalige 0:4-Niederlage aufgrund einer Weltreise mitten in der Nacht nicht empfing und daher nicht gesehen hatte, erinnert sich an die Geschichten. Nun kann er seine eigene schreiben. "Ich glaube nicht, dass wir viele Spieler haben, die das schon einmal erlebt haben. Viele Spieler und Trainer warten in ihrer Karriere lange darauf, ein Halbfinale zu spielen und erreichen es nie", sinnierte der 32-Jährige über die Bedeutung und Tragweite des Duells.

Klar ist, dass die Kieler nicht nur zum Spaß anreisen. "Wir wollen das nicht nur als Erlebnis mitnehmen, sondern eben auch die sportliche Herausforderung annehmen", schwor Werner seine Mannschaft ein, die bereits den FC Bayern München aus dem Turnier kegelte. Ist Dortmund deshalb jetzt der leichtere Gegner? "Aus dem Spiel gegen Bayern kannst du nicht eins-zu-eins etwas mitnehmen", stellte sich Werner auf eine völlig neue Begegnung ein. Für die will er eine Hereingehenswese wählen, die vielleicht nicht der üblichen entspricht – aber auch nicht weit davon weg sein soll. "Scharf vor’s Tor ist grundsätzlich eine sehr gute Idee", schmunzelte Werner über das eigene Pokerface.

Mathematik-Nobelpreis für Kiel

Alexander Mühling ist inzwischen aus der Quarantäne zurückgekehrt und könnte eine Option für den Kader sein, wenn er körperlich fit genug für die Aufgabe ist. Stammtorhüter Ioannis Gelios fällt dagegen mit Rückenproblemen aus, während Aleksandar Ignjovski noch in häuslicher Isolation sein wird. Darüberhinaus fallen nur die Langzeitverletzten aus, sodass Werner auf die volle Stärke seines Kaders zurückgreifen kann. Die wird es gegen Weltklasse-Spieler Erling Haaland auch brauchen: "Haaland ist eine schwere Aufgabe, die allerhöchste Aufmerksamkeit erfordert und die niemand alleine angehen kann." Der Defensivverbund der Kieler wird gefordert sein.

Auf der anderen Seite müssen die Störche davon überzeugt sein, dass sie die Sensation schaffen können. "Aber wir sind nicht blauäugig und auch nicht auf den Kopf gefallen. Wir wollen unser bestmögliches Spiel machen", versprach Werner im Vorfeld der Partie. Ob der BVB die KSV jedoch vor unlösbare Probleme stellen wird, darauf wollte es der Kieler Coach erst einmal ankommen lassen: "Ich weiß, dass es einen Mathematik-Nobelpreis gibt, der hochdotiert ist, wenn man eines dieser unlösbaren Probleme doch löst. Sportlich wäre es etwas Vergleichbares, wenn wir uns am Samstag durchsetzen sollten." Und der Ertrag wäre ebenfalls kein geringer.