Härtel mahnt trotz Sieges-Triple: "Müssen uns klar steigern"
Der F.C. Hansa Rostock hat seine Erfolgsserie weiter ausgebaut: Das 1:0 beim SV Sandhausen war der dritte Sieg in Serie für die Norddeutschen, die vor den Sonntagsspielen sieben Punkte Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz haben. Dennoch war Trainer Jens Härtel nicht rundum zufrieden.
Acht Siege nach Verhoek-Toren
Was würde die Kogge nur ohne John Verhoek machen? Der 32-Jährige ist die Lebensversicherung im Abstiegskampf. Der Niederländer ließ sich die Chance in der 49. Minute nicht entgehen und wuchtete eine Flanke von Simon Rhein wuchtig zum entscheidenden Tor in die Maschen des SVS-Tores. "Für uns ist er ein wichtiger Spieler", konnte auch Hansa-Coach Jens Härtel nichts gegenteiliges behaupten. "Er ist ein Führungsspieler und macht im Moment aus wenig auch viel. Deshalb hat er einen großen Stellenwert." Es war das 15. Saisontor des bulligen Angreifers, nach dessen Toren die Rostocker auch nur zwei Spiele verloren haben. Neben den vergangenen drei Partien gab es auch bereits zuvor fünf Erfolge, wenn Verhoek - dessen Vertrag im Sommer ausläuft - erfolgreich war.
Der dritte Sieg in Serie bedeutet auch, dass die Mannschaft eine angenehme Länderspielpause verbringen kann, ehe es danach gegen den FC St. Pauli geht. Im Idealfall beträgt der Vorsprung auf Rang 16 schon sieben Punkte. "Wir sind extrem erleichtert und froh, dass wir so ein wichtiges Spiel gewinnen", meinte Härtel, gab aber auch zu, dass der Sieg "sicherlich auch ein Stück weit glücklich" gewesen sei. "Aber das haben wir uns in den letzten Wochen erarbeitet." Denn die Gastgeber seien gut ins Spiel gekommen, hatten früh gute Szenen. "Wir hatten zu tun, die zu verteidigen. Dann sind wir für zehn Minuten gut reingekommen. Danach war es ein ausgeglichenes Spiel." Das Team von Trainer Alois Schwartz sei "gut und scharf" gewesen, hätte viele zweite Bälle gewonnen und Chancen gehabt.
Viele Ausfälle zu verkraften
"Wir haben schon bessere Spiele gehabt, die wir verloren haben", sagte Härtel. Trotz der ersten Partie ohne Gegentor seit Ende Januar sei das Defensivverhalten nicht so gewesen, "wie man sich das im Vorfeld gewünscht hätte. Wir haben zu viele Abschlüsse zugelassen, hatten Probleme mit langen Bällen". Und das obwohl unter der Woche ein besonderer Fokus darauf gelegt worden war. "Wir müssen uns klar steigern", forderte Härtel mit Blick auf das Duell gegen die Hamburger in zwei Wochen.
Nicht verschweigen wollte der Übungsleiter aber auch, dass seine Mannschaft auf acht Spieler verzichten musste. Neben Calogero Rizzuto (Gelb-Sperre) sowie Nils Fröling (Innenband-Verletzung) fehlten sechs Spieler wegen einer Corona-Erkrankung. "Wir haben im Vorfeld gesagt, dass wir eine gute Mannschaft sind, Ausfälle komponieren können und werden." Das sei gegen Sandhausen bewiesen worden.