Hamburger Aufholjagd nach 0:3: "Das mittlerweile andere Gesicht des HSV“
Nach der Aufholjagd des Hamburger SV im Spitzenspiel beim Aufstiegsrivalen 1. FC Heidenheim gab Gäste-Trainer Tim Walter für wenige Augenblicke die Spaßbremse. Trotz des 3:3-Spektakels nach einem 0:3-Rückstand durch einen Endspurt in den letzten 18 Minuten trauerte der Coach mitten im HSV-Jubel über den geretteten Punkt der verpassten Zielvorgabe nach.
"Spaßbremse" Walter: "Anspruch nicht gerecht geworden“
"Nein“, sagte Walter im Sport1-Interview nach Abpfiff, "das 3:3 fühlt sich nicht wie ein Sieg an. Wir haben unentschieden gespielt, aber wir wollten gewinnen. Das ist unser Anspruch, und dem sind wir nicht gerecht geworden.“
Wie viel lieber Walter aber das Remis als eine Niederlage war, ließ der 47-Jährige nach furiosem Finale seiner Elf durch Treffer von Andras Nemeth (72.), Robert Glatzel (79.) und Bakery Jatta (88.) gleichwohl mit spürbarem Stolz erkennen. "Der HSV gibt niemals auf, das zeigen meine Jungs immer wieder. Man muss immer bis zum Schluss mit uns rechnen. Es ist schön, wenn Du so zurückkommst und solch eine Mentalität in die Jungs gebracht hast. In den letzten Jahren wären wir untergegangen, aber das ist mittlerweile ein anderes Gesicht des HSV.“
Die beeindruckende Moral der Norddeutschen, bei denen Jean-Luc Dompe trotz der Schlagzeilen der vorangegangenen Tage um seinen Verkehrsunfall zum Einsatz kam, betonte auch Sebastian Schonlau. "An einem Tag, wo offensiv wie defensiv nicht viel zusammenging, haben wir am Ende trotzdem drei Tore erzielt. Das macht den Charakter dieser Mannschaft aus“, meinte der Kapitän.
Konkurrenz auf Distanz gehalten
Im Aufstiegsrennen festigte Hamburg durch das Remis seinen zweiten Platz. Denn unverändert haben die Elbestädter vier Punkte Vorsprung auf Heidenheim.
Dennoch mochte Schonlau die Minusleistung seiner Mannschaft vor dem Seitenwechsel auch nicht einfach abhaken: "Wir waren in der ersten Hälfte nicht drin, konnten den Schalter nicht umlegen. Da müssen wir uns voll an die eigene Nase packen.“, sagte der Abwehrspieler. Auch Glatzel beschrieb den Gäste-Auftritt bis zur Pause als "bodenlos“.
Allzu sehr drückten die durchaus zahlreichen Mängel im gesamten Spielverlauf den Hamburgern zunächst jedoch nicht auf das Gemüt. Schonlau erinnerte mit Blick auf das anstehende Heimspiel am 19. Februar (Sonntag) gegen Arminia Bielefeld an die übergeordnete Mission: "Das Ziel ist der Aufstieg.“