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Handelfmeter kostet Hansa zwei Punkte: "Können damit leben"

© IMAGO / Ulrich Hufnagel

Der F.C. Hansa Rostock hat vielleicht zwei Punkte in Paderborn liegen gelassen, blieb bei den Ostwestfalen jedoch ungeschlagen. Kurz vor Schluss kassierten die Gäste per Handelfmeter den 1:1-Ausgleich. Extrem ärgerlich, wie Cheftrainer Jens Härtel fand, aber auch zufriedenstellend. Ein Teil der zweiten Reihe im Kader drängt sich auf.

"Wären nicht traurig gewesen"

Nico Neidhart fuhr einmal kurz den Arm aus, da ertönte der Pfiff von Schiedsrichter Deniz Aytekin zurecht. SCP-Torjäger Sven Michel ließ sich vom Punkt nicht zweimal bitten und luchste den Rostockern kurz vor Schluss doch noch zwei Punkte ab (85.). Bis dahin wehrten sich die Ostseestädter mit allen Mitteln. "Wir haben viel wegverteidigt bekommen, aber es war immer eine latente Gefahr da", hieß es in Härtels erster Analyse. "Wenn man das gesamte Spiel nimmt, dann können wir mit dem Punkt bei einer guten Mannschaft als Aufsteiger leben. Wir wären aber auch nicht traurig gewesen, wenn es drei gewesen wären."

Rostock kam zuvor gut in die Partie und verdiente sich zunächst die Führung. Eine Einwurfsituation wurde per Kopf zu Simon Rhein verlängert, der die Kugel aus knapp 20 Metern volley in die Maschen beförderte (27.). "Danach ist Paderborn besser ins Spiel gekommen", hielt Härtel fest. Ausflüge nach vorne wurden seltener. "Grundsätzlich standen wir die ganze zweite Halbzeit tiefer, aber meistens haben wir einen Fuß dazwischen gebracht", konnte sich die Kogge auf das Defensivspiel verlassen. Bis zum entscheidenden Elfmeter für die Punkteteilung.

Malone zeigt Qualität

Gleich zwei Spieler bekamen von Härtel in Paderborn die erste Chance in der Startelf – Haris Duljevic und Ryan Malone. Gerade der Innenverteidiger, der im vergangenen Sommer noch mit Lübeck aus der 3. Liga abgestiegen war, überzeugte in der Abwehrzentrale. "Der Kader ist relativ eng beieinander, was die Leistungsdichte betrifft", schätzte Härtel die Situation ganz allgemein ein. "Ich hatte einfach das Gefühl, den Jungs die Chance zu geben. Auch als Signal für alle, dass die Tür offen ist, wenn man gute Leistungen im Training und im Spiel bringt."

Ein Experiment, das vor allem eines zeigt: Beim Zweitliga-Aufsteiger ist die nötige Ruhe drin. Bei 18 Punkten aus 15 Spielen stehen die Rostocker auf dem elften Rang – vier Zähler vor dem Abstiegs-Relegationsplatz. Eine Bilanz, die durchaus hoffen lässt. Doch genauso klar war dem Übungsleiter auch: "Schade, dass wir die ein oder andere Kontersituation nicht genutzt haben." Denn dann wäre die Lage vielleicht sogar entspannt.