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Hannover: Für Umgang mit Druck "brauchen wir keinen Mentaltrainer“

© IMAGO / Joachim Sielski

Ein klarer Kopf soll Hannover 96 aus der Krise helfen. Gegen Aufstiegsaspirant SC Paderborn wollen die Niedersachsen nach ihrem Sinkflug der vergangenen Wochen bis an die Grenze zur Gefahrenzone durch die Hilfe eines Mentalcoaches den ersten Sieg seit mehr als zwei Monaten einfahren und den Abstand zur Abstiegszone wieder vergrößern.

"Mentalität holt man sich mit Erfolgserlebnissen“

Nach den Aufräumarbeiten in der Gedankenwelt der Spieler verlangt Trainer Jan Zimmermann denn auch Fokussierung auf die wesentlichen Aufgaben. "Wir sind jetzt kurz vor dem Relegations- und Abstiegsplatz. Natürlich haben wir Druck und machen uns Druck und wissen auch, wenn wir nicht gewinnen, dass der Druck noch größer wird. Dafür brauchen wir keinen Mentaltrainer, um das herauszufinden“, erklärte der Coach auf der Spieltags-Pressekonferenz mit Nachdruck.

Allen Einzelthemen seiner Spieler zum Trotz hält Zimmermann die zuletzt ausgebliebenen Erfolge für das beste Mittel zur psychischen Stärkung. "Mentalität holt man sich natürlich auch mit Erfolgserlebnissen. Das Selbstvertrauen sinkt, wenn du keine Erfolgserlebnisse hast. Wenn man keine positiven Momente hat, ist es auch schwierig, eine starke Mentalität auszustrahlen", meinte der 42-Jährige und nimmt sich dafür auch selbst in die Pflicht: "Es ist meine Aufgabe, eine positive Stimmung und Atmosphäre zu schaffen, damit die Spieler auch selbstbewusst in die Spiele gehen.“

Die Aufzählung von Mängeln in den zuletzt schon sechs Begegnungen ohne Sieg (drei Punkte) ersparte Zimmermann seinen Spielern dennoch nicht: "Die Gegentore, die wir zuletzt bekommen haben, waren viel zu einfach waren und wären leicht zu verteidigen gewesen. In den letzten drei Spielen haben wir fünf Tore geschossen, aber es hätten mit Sicherheit auch zwei bis drei mehr sein können“, speigelte der 96-Cheftrainer seinem Team entscheidende Schwächen.

Paderborns Offensivdrang "muss kein Nachteil für uns sein“

Zur notwendigen Verbesserung kam Zimmermann die Länderspielpause denn auch gerade recht. "Man hat ein bisschen mehr Zeit und muss sich gezielt auf den Gegner vorbereiten“, beschrieb der Coach die Vorteile der Saisonunterbrechung.

Dadurch sieht Zimmermann seine Mannschaft für das Duell mit in zuletzt fünf Spielen nur einmal geschlagenen Gästen vergleichsweise gut gerüstet: "Das ist schon eine Mannschaft, die offensiv sehr durchschlagskräftig ist, da wird uns einiges abverlangt. Aber wenn eine Mannschaft kommt, die offensiv ist und gegen uns Fußball spielen will, dann muss das nicht unbedingt ein Nachteil für uns sein. Wir sind selbstbewusst genug, dass wir uns zutrauen, ihre Serie zu brechen.“