Hannover-Pleite trotz 2:0-Führung: Leitl kündigt "Konsequenzen“ an
Bei Hannover 96 herrschte nach dem Ende der letzten Hoffnungen auf die Bundesliga-Rückkehr Frust pur. Nach der 3:4-Heimpleite gegen den Aufstiegsrivalen SC Paderborn trotz einer frühen 2:0-Führung machte Trainer Stefan Leitl seiner Defensive unverhohlen ebenso schwere Vorwürfe wie Torwart Rob-Robert Zieler nach seinem misslungenen Jubiläum.
"Machen uns fast alles kaputt“
Vor allem Leitl war nach der verrückten Begegnung restlos bedient. "Das wird“, sagte der Coach im Interview mit der ARD-Sportschau, "das wird Konsequenzen haben.“ Details seiner Überlegungen kurz nach dem Abpfiff gab Leitl noch nicht preis. Doch ließen sich ohne jeden Zweifel seine Defensivspieler als Adressaten seiner Ankündigung ausmachen.
Nach Abschaltung der Kameras allerdings legte der 45-Jährige auf der Vereinshomepage nochmals nach: "Ich denke, es liegt eindeutig auf der Hand, wo das Problem liegt, wenn du in drei Spielen neun Gegentore bekommst. Wir müssen jetzt erst mal wieder an die Basics kommen: Tore verteidigen und Spiele wieder zu Null spielen. Das Positive, was wir uns über die Hinrunde hinweg aufgebaut haben, machen wir uns in drei Spielen fast wieder kaputt. Ich denke, es ist schon angebracht, auch mal Kritik zu üben. Es ist nicht immer alles rosarot.“
Zieler: "Müssen reden"
Leitls Unmut über den verspielten Vorsprung nach den „Doppelpack“ von 96-Topschütze Cedric Teuchert (2. und 4.) mit seinen Saisontoren Nummer acht und neun macht ein Blick auf die Tabellen noch verständlicher. Statt sich Paderborn im Verfolgerfeld des Spitzentrios in der Aufstiegszone in Schlagdistanz zu holen, fielen die in der Rückrunde noch punktlosen Niedersachsen durch ihre dritte Niederlage in Serie mutmaßlich endgültig aus dem Kreis der Kandidaten wenigstens für den Aufstiegsrelegationsplatz. Mindestens neun Punkte Rückstand dürften kaum noch aufzuholen sein, auch weil Hannover auch den weiteren Jägern schon deutlich hinterherhinkt.
Auch für Zieler war nach seinem 300. Spiel für 96 der Anschlusstreffer seines Teams in der Schlussphase durch Maximilian Beier (83.) natürlich kein Trost für die Fahrlässigkeit nach der frühen Führung. „"Es ist natürlich enttäuschend. Da muss ich auch erst einmal Worte finden. Wenn man nach fünf Minuten zuhause 2:0 führt und das Spiel am Ende 3:4 gegen dich ausgeht - das darf nicht passieren“, sagte der Kapitän und prangerte ebenfalls das Abwehrverhalten ab: "Momentan haben wir eine Phase, in der wir viel zu einfach Gegentore bekommen. Nach der Hinrunde hatten wir die zweitbeste Defensive, aber das ist jetzt vorbei, abgehakt. Die letzten drei Spiele haben wir uns nicht stabil genug präsentiert. Wir müssen uns zuschreiben, dass wir zu einfache Gegentore bekommen. Wir müssen schleunigst zusehen, dass wir das abstellen. Warum das so passiert - darüber müssen wir reden“.