Hannover weiter in Gefahr: Sehnsucht nach dem "dicken, fetten Strich“
Die Fans von Hannover 96 verhöhnten ihre Mannschaft mit Spottgesängen, einige Anhänger warfen sogar mit Bierbechern nach den Spielern - und Trainer Christoph Dabrowski verbreitete nach der deftigen 0:3-Pleite beim SC Paderborn für den immer noch nicht ausgestandenen Abstiegskampf nicht wirklich mehr als Durchhalteparolen.
"Holen mit Sicherheit die nötigen Punkte“
"Die Enttäuschung ist groß“, kommentierte der Coach die achte Auswärtsniederlage seiner Mannschaft auf der Pressekonferenz pflichtschuldig. Vor der Heimreise allerdings wollte Dabrowski offensichtlich noch demonstrativ ein Zeichen setzen und kündigte für die letzten drei Begegnungen der Saison betont zuversichtlich die Rettung an: "Wir werden mit Sicherheit die nötigen Punkte holen.“
Die Erfüllung dieses Versprechens ist angesichts von sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone allerdings nur vordergründig eine leichte Aufgabe. Souverän dürfte Hannover den Klassenerhalt nicht mehr schaffen.
Die Probleme der Niedersachsen traten in Ostwestfalen wieder einmal deutlich zutage. "Wir sind durch den frühen Rückstand erst nicht richtig ins Spiel gekommen und waren danach in Zielstrebigkeit und Geradlinigkeit nicht konsequent genug. Darin und in der Durchschlagskraft lag unser Manko, denn zum Fußball gehören Tore, und das haben wir vermissen lassen“, analysierte Dabrowski.
Angriffsmisere als "roter Faden“
Nicht von ungefähr bezeichnete der Ex-Profi die Misere seiner Mannschaft nach nur einem Sieg in den vergangenen acht Pflichtspielen als "roten Faden“: Bei bisher gerade einmal 29 Treffern in den bisherigen 31 Saisonspielen liegt der Wurm in der Tat eindeutig im Sturm. Nur für das schon als Absteiger feststehende Schlusslicht FC Ingolstadt steht mit 28 Toren eine noch schlechtere Ausbeute zu Buche.
Kaum verwunderlich sehnen Dabrowskis Spieler vor dem nächsten Spiel am Freitag gegen den Karlsruher SC das Saisonende herbei. "Da haben wir die nächste Chance, den Deckel draufzumachen, und das ist jetzt unser Ziel. Dann kannst du einfach einen dicken, fetten Strich darunter machen, Lehren ziehen und nächstes Jahr neu angreifen“, beschrieb Julian Börner die mannschaftsinterne Stimmung.
In den Gesprächen nach Saisonende wird sicherlich auch der Abwehrspieler die chronische Angriffsschwäche zum Thema machen, wie der 31-Jährige durchblicken ließ: "Das Ergebnis spricht Bände. Es war ein schlechtes Spiel. Wir haben uns nicht zwingend große Torchancen herausgespielt“, sagte Börner und kam kaum zufällig zum gleichen Schluss wie sein Trainer: "Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison.“