Hansa braucht Punkte: "100-prozentiger Willen und Einsatz" gefragt
Ein Sieg aus den letzten elf Spielen - mit dieser Bilanz ist der F.C. Hansa Rostock nun erstmals auf einem Abstiegsplatz angekommen. Auf Schalke bekommt die Mannschaft jetzt die direkte Chance, den Absturz als Ausrutscher zu korrigieren. Aber auch Jens Härtel war bewusst, dass ein Cheftrainer dahingehend an den Ergebnissen gemessen wird.
"Kennt man sonst nur aus dem Fernsehen"
Der 4:1-Derbysieg gegen Dresden wird sicherlich zu den wichtigsten Erfolgen in dieser Saison zählen, doch ein Ergebnis allein bewahrt die Hansa-Kogge nicht vor dem Tabellenkeller. Mit Aue und Ingolstadt hat Rostock nur noch die abgeschlagenen Teams der Liga hinter sich - die Abstiegs-Relegation droht. "Jeder guckt auf die Tabelle, das haben wir die ganze Zeit getan. Wir wussten, wenn die anderen Mannschaften mal einen kleinen Lauf haben und wir kleine Probleme bekommen, dass wir dann auch mal ein stückweit herunterrutschen können. Aber es ist alles noch eng zusammen", verwies Cheftrainer Jens Härtel auf die Konstellation im Abstiegskampf.
Bestenfalls gelingt ein Punktgewinn auf Schalke, um auf wachsende Unruhen im Umfeld zu reagieren. Irgendwelche überraschenden Maßnahmen plante Härtel jedoch nicht ein. "Ich denke nicht, dass es an der Zeit ist, irgendetwas besonderes zu machen, nur, weil man jetzt hinten steht. Dann hätten wir es auch vorher machen können", wollte der 52-Jährige ganz bei sich und seiner Mannschaft bleiben. Die Abläufe werden daher auch nicht für die Partie auf Schalke verändert, bei der 25.000 Zuschauer in der Veltins-Arena sein werden. "Die Atmosphäre kennt man sonst nur aus dem Fernsehen", freute sich Härtel auf seinen ersten Auftritt in Gelsenkirchen. "Wir werden uns darauf einstellen. Es ist auch wichtig für die Jungs, zu wissen, was sie erwartet, um nicht erschrocken zu sein, wenn es mal laut wird."
Härtel über seinen Job, Terodde und das Lazarett
Der Großteil der Fans wird natürlich gegen die Hansa-Kogge sein. Das hat den Rostockern bislang weniger geschadet, denn auswärts bleibt die Bilanz der Ostseestädter weiterhin besser, als in heimischen Gefilden. "Wir fahren daher mit einem gewissen Selbstvertrauen hin und wissen, dass wir auswärts bei jeder Mannschaft in der Lage sind, dann eben auch Probleme bereiten zu können", so Härtel. Dazu müssen Rostock seine Stärken aber auch konsequent auf den Platz bringen. Das war weniger in der Defensive, als viel mehr in der Offensive zuletzt ein Problem.
Am Ende zählt aber nicht die harte Arbeit, sondern die Ergebnisse. "Wir wissen alle, dass wir daran gemessen werden", gab auch Härtel zu Verstehen, dass es auch um seinen Job geht. "Bisher war die Lage so, dass es hier keinen direkten Grund gab, zu reagieren. Das muss aber nicht so bleiben. Deswegen konzentriere ich mich weiter auf das, was ich beeinflussen kann. Aber natürlich merkt man, dass die Leute Vertrauen in uns und unsere Arbeit haben." Sofern dann auch wieder die Ergebnisse stimmen.
Und auf Schalke ist es nicht schwierig, zu erahnen, dass vor allem Top-Torjäger Simon Terodde ausgeschaltet werden muss. "Alles, was im Strafraum ist, ist brutal schwierig zu verteidigen. Es gilt, die Schalker ein bisschen aus unserer Box herauszuhalten", gab Härtel vor. Das wird nur "mit 100-prozentigem Willen und Einsatz" gelingen, wie auch Verteidiger Damian Roßbach unterstrich. Simon Rhein (Aufbautraining) wird die Partie definitiv noch verpassen, während Nik Omladic wieder im Belastungstest war.