Hansa holt Big-Points auf Schalke: "Schon außergewöhnlich"
Am Ende des Sieben-Tore-Spektakels hatten die Gäste den Erfolg auf ihrer Seite. Mit 4:3 setzte sich der F.C. Hansa Rostock am Samstag beim FC Schalke 04 durch, feierte somit einen enorm wichtigen und nicht abzusehenden Sieg im Tabellenkeller. Warum Trainer Jens Härtel jedoch nicht rundum zufrieden war.
"Richtiger Ballast" abgefallen
Doch, doch. Er würde sich schon freuen, sagte Jens Härtel auf der Pressekonferenz auf Nachfrage. Diese war nötig, weil es dem 52-Jährigen tatsächlich nicht anzusehen war. Seine Mimik war nicht von der seines mittlerweile entlassenen Gegenübers Dimitrios Grammozis zu unterscheiden. "Richtiger Ballast" sei abgefallen, betonte Härtel, dem dann auch mal ein kurzes Grinsen über das Gesicht huschte. Die Freude über diesen unerwarteten Sieg war also wirklich da.
Auch während des Spiels zeigte Härtel nicht die ganz großen Emotionen - zumindest bei den ersten drei Treffern seines Teams. Denn ein Tor Vorsprung sei auf Schalke nicht allzu viel Wert, meinte der gebürtige Sachse. Zu groß ist die Qualität der Knappen - was sich auch immer wieder bewahrheitete. Denn nach den jeweiligen Führungstreffern durch Svante Ingelsson (25.), John Verhoek (40.) und Pascal Breier (56.) schlugen die Hausherren durch Simon Terodde immer wieder zurück (33./43./83.).
Gegentore nach gleichem Muster
Was Härtel dabei nervte: "Wir wissen, wie Schalke die Tore schießt, dass sie von links flanken und dass Terodde immer gut einläuft." Der Schalker Angreifer sei "immer da, wo der Ball auch hinkommt". Das hatte Härtel seinem Team die ganze Woche über vermittelt, dennoch kamen alle drei Tore nach diesem "Strickmuster" zustande. Doch Hansa hatte noch diese eine Antwort parat. Nach einer Flanke von der rechten Seite stand Nils Fröling goldrichtig, drückte den Ball in der fünften Minute der Nachspielzeit über die Linie. Da konnte auch Härtel endlich die Fäuste ballen und sich freuen. "Wenn Hansa Rostock beim FC Schalle 04 in Spiel gewinnt, dann ist das schon außergewöhnlich. Ich bin stolz auf das, was die Mannschaft geleistet hat", so Härtel. Neben dem nötigen Glück habe die Kogge den notwenigen Einsatz gezeigt. Der überraschende Auswärtssieg sei "mit Leidenschaft, Wille und auch Kämpfen gegen Widerstände gelungen".
Somit konnten die Norddeutschen den Abstiegs-Relegationsplatz vorerst verlassen, müssen nun auf ausbleibende Erfolge der Konkurrenz hoffen. Aktuell sind es zwei Zähler Vorsprung auf Rang 16. "Wir können aber nicht entspannen, mit 28 Punkten steigst du ab", betonte Härtel, sich jetzt nicht zurückzulehnen, nur weil ein Sieg auf Schalke gelungen war. "Doch Siege helfen, man regeneriert schneller." Und einen ordentlichen Schub an Selbstvertrauen kommt natürlich auch noch hinzu. Das soll am Freitag mit einem weiteren Erfolg gegen Holstein Kiel weiter ausgebaut werden.