Hansa im Aufwind: "Köpfe müssen in der Pause nicht rattern“

Hansa Rostocks Spieler grinsten nach dem 1:0-Erfolg bei Eintracht Braunschweig im Mittelkreis bei der Schlussansprache von Trainer Patrick Glöckner geradezu um die Wette. Jedem war klar: Das zweite Spiel ohne Niederlage im zweiten Spiel unter dem neuen Coach beschert der „Kogge“ nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen eine ausgesprochen ruhige Winterpause.

"Tabelle ist noch extrem uninteressant“

Glöckner verzichtete nach dem gelungenen Hinrundenabschluss bei seiner Rede denn auch wohlweislich auf taktische Schnellanalysen und lud sein Team stattdessen für die Heimfahrt in den Urlaub zu Feier ein. "Ich habe nur gesagt, dass wir im Bus Spaß haben sollen und wollen, und dass die Spieler dafür etwas einladen sollen“, berichte der 45-Jährige im NDR-Interview.

Tatsächlich hatten die Hanseaten wirklich Grund zu feiern. Der zweite Auswärtssieg nacheinander wirkt im Abstiegskampf zumindest vorerst auch wie ein Befreiungsschlag. Durch die ersten vier Punkte unter Glöckners Regie bewegt sich Hansa schon im Bereich der oberen Tabellenhälfte und kann zunächst nicht mehr unmittelbar in die Gefahrenzone abrutschen.

Glöckner wollte sich davon nicht blenden lassen. "Die Tabelle ist noch extrem uninteressant. Es kann sich noch alles schnell ändern, deswegen muss man gar nicht darauf schauen“, meinte der Ex-Profi am Sport1-Mikrofon.

In der Pressekonferenz unterstrich der Nachfolger von Aufstiegscoach Jens Härtel allerdings auch die mentale Bedeutung des dritten Auswärtssieges: "Ich bin froh, dass wir mit einem Glückgefühl aus der Hinrunde in die Pause gehen könne. Dadurch müssen die Köpfe der Spieler in den nächsten Wochen nicht rattern und arbeiten.“

Die Notwendigkeit zur Entspannung bis zum Rückrundenstart nach der WM-Pause am 28. Januar (Samstag) bei Aufstiegsanwärter 1. FC Heidenheim war eine von Glöckners wesentlichen Erkenntnisse in seinen ersten sechs Arbeitstagen an de Ostsee. "Die Jungs haben in den vergangenen Wochen viel mitgemacht und viel Druck gehabt, auch durch den Trainerwechsel, weil einige ja schon längere Zeit mit meinem Vorgänger zusammengearbeitet haben“, schilderte Glöckner die mentale Verfassung seiner Mannschaft.

"Es geht darum, etwas zu entwickeln"

Bis zum Einstieg in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte will der neue Coach sich unter erschwerten Bedingungen weiter an seiner neuen Wirkungsstätte einarbeiten: "Die WM-Pause ist in ihrer Länge kaum zu kompensieren. Wir müssen gute Pausenpläne ausarbeiten. Es geht darum, etwas zu entwickeln, darauf muss man schauen. Wenn man dann gute Leistungen bringt, kommen die Punkte automatisch.“

Mit der bisherigen Ausbeute sieht Kapitän Markus Kolke sein Team immerhin schon einmal auf Kurs: "Unser Saisonziel“, rechnete der Torwart vor, "sind 40 Punkte, und wir haben jetzt 21. Das ist gut.“

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