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Hansa-Lehrgeld in Nürnberg? "Wir haben genug eingezahlt"

© IMAGO / Zink

Trotz ordentlicher Leistung hat Hansa Rostock das Auswärtsspiel in Nürnberg mit 0:1 verloren. Die Enttäuschung saß anschließend tief, gerade Jens Härtel präsentierte sich sichtlich zerknirscht. Und doch gelang es dem Rostocker Cheftrainer, der Pleite Positives abzugewinnen. 

Härtels dunkle Vorahnung tritt ein

Wie tief der Frust bei Jens Härtel saß, zeigte sich zu Beginn der Pressekonferenz nach der Niederlage in Nürnberg. "Der Glückwunsch fällt ein bisschen schwer", wand sich der FCH-Trainer: "Glückwunsch für einen glücklichen Sieg." Wer die 90 vorangegangenen Minuten verfolgt hatte, dem war völlig klar, warum der ohnehin als nüchtern bekannte Härtel an diesem Freitagabend besonders zurückhaltend wirkte. So hatten die Rostocker eigentlich einen ordentlichen Auftritt hingelegt und den FCN von Beginn an vor große Schwierigkeiten gestellt. "Unter dem Strich", wusste auch der Übungsleiter, "haben wir für unsere Verhältnisse –  als Aufsteiger – hier ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Wir haben insgesamt sehr wenig Chancen zugelassen gegen eine sehr quirlige Offensive. Eigentlich haben wir das sehr gut verteidigt – immer wieder nach vorne."

Was Härtel meinte: Einzig Rostock hatte sich in Durchgang eins Chancen erspielen können. Doch weder Bahn (29.) noch Verhoek (33.) trafen ins Schwarze. Als nach Wiederanpfiff auch noch ein Omladic-Abschluss aus guter Position in den Armen von FCN-Schlussmann Mathenia landete, überkam Hansas Trainer wohl schon eine böse Vorahnung: "Wenn du diese Möglichkeiten und Chancen nicht nutzt, dann ist es oft so, dass der Gegner seine nutzt." Genau so kam es, Joker Shuranov schoss nach einer knappen Stunde ein (59.). Hansa mühte sich in der Folge weiter, blieb aber bis zum Ende glücklos.

"Das wirft uns jetzt nicht um"

Im Lager der Rostocker saß die Enttäuschung anschließend tief. Und doch war es gerade dem Trainer ein Anliegen, auch die starken Momente im FCH-Spiel zu betonen. "Für uns gilt es, das Gute mitzunehmen und die Effektivität zu verbessern – dass wir halt aus den Möglichkeiten, die wir uns dann schon auch rausspielen, auch Tore machen. Wenn du führst, ist es sowieso nochmal ein anderes Spiel. Deswegen: Wir müssen weiter dranbleiben. Das wirft uns jetzt nicht um."

In Sachen Tabellensituation fallen positive Schlüsse freilich schwerer. Rostock verpasste es, sich in das Mittelfeld abzusetzen und kann im Verlaufe des Wochenendes noch in Richtung der Abstiegszone durchgereicht werden. Trotzdem wehrte sich Härtel gegen den Begriff des zu zahlenden Lehrgelds, der Aufsteigern nach Niederlagen so häufig angedichtet wird: "Ich habe gedacht, dass wir das Konto geschlossen und da genug eingezahlt haben." Die nächste Chance, um das zu beweisen, bietet sich am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Schalke 04 (20.30 Uhr).