Hansa will Bremen fordern: "Jede Serie wird einmal reißen"
Wird der 4:1-Derbysieg die Hansa-Kogge beflügeln? Diese Frage kann der F.C. Hansa Rostock im Nordduell mit dem SV Werder Bremen am Freitagabend (18:30 Uhr) beantworten. Zu Gast im Ostseestadion ist schließlich die Mannschaft der Stunde, die jedoch schon im Hinspiel ihre Probleme mit der Elf von Jens Härtel hatte - zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt.
"Warte noch auf den Fingerzeig"
In der 39. Spielminute erhielt Werder im Hinspiel einen zweifelhaften Elfmeter, der die Rostocker in der Folge völlig aus der Bahn warf. Bis dahin agierte die Kogge nicht wie der klare Außenseiter im Duell mit dem Aufstiegsfavoriten - und das soll auch in der kommenden Partie nicht der Fall sein. "Im Vergleich zu Dresden müssen wir uns noch einmal steigern, um etwas mitzunehmen. Wir brauchen eine Top-Leistung, um Bremen zu fordern", kündigte Jens Härtel an, dass sich der Erfolg in Dresden nicht so leicht auf die nächste Partie kopieren lässt. An Selbstbewusstsein mangelt es den Rostockern natürlich nicht.
Der Sieg in Dresden war der erste Erfolg nach sieben Liga-Spielen ohne Sieg. Die Rostocker können entsprechend aufatmen, aber sich nicht ausruhen. "Wer jetzt denkt, dass er die Füße hochlegen kann und es wird schon laufen, dem müssen wir entgegensteuern", versprach der aufmerksame Cheftrainer. Das merkt er schon für die Vorbereitung auf die Partie an. "Ich habe schon das Gefühl, dass wir letzte Woche noch etwas besser drin waren. Ich warte noch auf den Fingerzeig", erklärte der 52-Jährige bezüglich der Trainingsleistung, die wieder mitentscheidend für die Aufstellung sein kann. Verzichten muss Härtel auf dasselbe Quintett, das bereits gegen Dresden fehlte.
Gegen die Mannschaft der Stunde
In Dresden wurden Rostocker Helden geboren, das hatte der Cheftrainer zudem vor dem Derby angekündigt. Große Worte für das Nordduell mit Bremen hielt Härtel derweil nicht für angebracht. "Man muss sich immer eine neue Geschichte einfallen lassen, um die Jungs ein stückweit mitzunehmen", sagte der 52-Jährige zwar, "aber ganz viele Worte sind jetzt nicht nötig. Wir spielen gegen Werder Bremen." Und damit konzentrierte sich Härtel nicht nur auf die aktuelle Siegesserie der Grün-Weißen, die unter Ole Werner noch keinen Punktverlust in sechs Spielen hinnehmen mussten, sondern auch auf die allgemeine Größe des Namens.
"Sie haben verstanden, dass in der 2. Liga nicht alles fußballerisch geht und auch andere Qualitäten wichtig sind. Das bringen sie jetzt alles ein", blickte Härtel detaillierter auf den kommenden Gegner, der das Sturm-Duo aus Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug mitbringen wird. "Wir werden hier und da vielleicht eine spezielle Idee gegen die beiden haben, die wir jetzt nicht verraten. Aber es geht nur als gesamte Mannschaft", gab der Fußballlehrer vor. Immerhin: Am 2. Spieltag, als Ducksch noch für Hannover auflief, schoss er keine Tore gegen Rostock. Der Doppelpack aus dem Hinspiel gegen Bremen soll sich entsprechend nicht wiederholen. "Jede Serie wird einmal reißen und mir wäre es lieb, wenn sie in Rostock reißt", ging Härtel final noch einmal auf die Erfolgsserie des Gegners ein. Möglicherweise, um selbst eine Serie zu starten? 10.000 Zuschauer im Ostseestadion werden Hansa gewiss anpeitschen.