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Haraguchi akrobatisch: 96 holt Punkt nach 0:3-Rückstand

© IMAGO / Zink

Vier Wochen lang konnte Hannover 96 nicht ins Zweitliga-Geschehen eingreifen, doch gegen den Hamburger SV meldeten sich die Niedersachsen spektakulär zurück. Zwar brachte Aaron Hunt den Gast mit drei Toren in Führung, doch die Elf von Kenan Kocak trotzte dem deutlichen Rückstand – und holte im Sitzen ein Remis.

Haraguchi kontert Hunt-Show

"Der HSV war brutal effektiv, Aaron Hunt hat heute einen sehr guten Tag gehabt", sah sich 96-Coach Kocak am Ostersonntag einem kaltschnäuzigen Gegner ausgesetzt, der sich keine Chance entgehen ließ. Zwei Mal mit links, einmal mit rechts überwand der offensive Zehner des HSV die Niedersachsen, die vor allem mit dem ersten Tor haderten – insbesondere Torhüter Michael Esser: "Das erste Gegentor war ein Schuss, wo ich dran bin. Der Ball springt mir unter die Hand. Da sehe ich nicht gut aus. Den hätte ich halten müssen." Bis dahin fühlte sich Hannover gut in der Partie, hatten auch Spielkontrolle – wobei dem Coach "ein Tick mehr Zielstrebigkeit gefehlt" hatte.

Danach folgte die Aaron-Hunt-Show – ehe Genki Haraguchi konterte. Der Japaner besorgte den ersten Treffer, woraufhin Marvin Ducksch den Anschluss herstellte. Danach verpasst Haraguchi zwar den Abschluss, erhielt sitzend jedoch den zweiten Ball und netzte ein. "Wir haben die Köpfe hoch genommen, wir wussten, dass auch gegen diesen Gegner einiges drin ist. Wir haben unser Herz in die Hand genommen – überragend", begründete Ducksch das Wahnsinns-Comeback der Niedersachsen, was auch den vorangegangenen Fehler des Torhüters wettmachte. Auch Esser war zufrieden: "Das Spiel heute anzuschauen, hat sicher Spaß gemacht."

"Nicht selbstverständlich"

Zumal die Voraussetzungen für Hannover 96 alles andere als einfach waren. Aufgrund der Corona-Pandemie fielen zwei Spiele nacheinander aus, dann kam die Länderspielpause. Von Cheftrainer Kocak gab es diesbezüglich ein Sonderlob: "Es ist nicht selbstverständlich, dass man gegen den HSV aus einem 0:3 ein 3:3 macht und so zurückkommt, wenn man das letzte Spiel vor vier Wochen hatte."

Nun stehen den Hannoveranern noch sechs weitere Partien im April vor der Brust, in der die Niedersachsen möglicherweise noch den ein oder anderen Punkt auf die Spitzengruppe aufholen können. Bei einem Rückstand, der mittlerweile 15 Punkte beträgt, sind die Aufstiegsambitionen jedoch gedämpft – obwohl 96 gegenüber den meisten Konkurrenten zwei Spiele in der Hinterhand hält. Dazu muss Hannover ohnehin erst einmal wieder gewinnen, denn der letzte Sieg liegt aufgrund der spielfreien Zeit mittlerweile schon acht Wochen zurück.