Harmlos und anfällig: Der tiefe Fall des TSV 1860 München

Nachdem der TSV 1860 München letztmals in der Saison 2004/2005 den Sprung unter die ersten fünf Mannschaften der 2. Bundesliga schaffte, sollte in dieser Spielzeit alles besser werden. In Bezug auf einen eventuellen Aufstieg in die erste Liga sagte Ricardo Moniz, mittlerweile Ex-Trainer der Löwen, gegenüber "Hallo München": "Der Verein verdient dieses Ziel – mit all den tollen Leuten im Hintergrund. Man muss sich auch hohe Ziele setzen, wenn man etwas erreichen will. Deshalb werden wir alles versuchen, um es zu schaffen. Ob es am Ende aber reicht, das wird sich zeigen." Nach zehn Spieltagen lässt nur wenig darauf hindeuten, dass dieses hochgesteckte Ziel erreicht werden kann.

Schlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte

Mit vielen Vorschusslorbeeren startete der Niederländer, der von April bis Juni 2010 auch als Interimstrainer beim Hamburger SV tätig war, in seine neue Aufgabe in München. Im Sommer krempelte er zusammen mit Gerhard Poschner, Geschäftsführer Sport, den Kader um, neun Spieler gingen, zehn Neue kamen. Doch die Ernüchterung folgte schnell: Zum Auftakt der neuen Saison gab es eine 2:3-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern, nur sechs Tage später folgte beim ersten Heimspiel ein 0:3 gegen Aufsteiger RB Leipzig. Die beiden folgenden Unentschieden gegen Heidenheim (2:2) und Darmstadt (1:1) machten den schlechtesten Saisonstart des Vereins in der eingleisigen zweiten Liga perfekt. "Wir haben grundsätzlich eine Mannschaft, die auf allen Positionen sehr gut besetzt ist. Die Mannschaft muss sich jetzt finden, es fehlt die Stabilität", sagte Poschner nach dem vierten Spieltag gegenüber dem "Kicker". Gelingen sollte es dem Team jedoch bis jetzt nicht.

Moniz nach nur sieben Spielen entlassen

Zwar gelang Moniz mit seinem Team in der fünften Runde beim FC St. Pauli der erste Sieg (2:1), doch sollten aufkommende Hoffnungen, alles würde nun besser werden, schnell wieder gedämpft werden. Vor heimischem Publikum kam die Mannschaften gegen den FC Ingolstadt nicht über ein 1:1 hinaus, drei Tage später setzte es eine 0:1-Niederlage beim SV Sandhausen. Bereits sehr früh in der Spielzeit war das Kapitel Moniz erledigt. "Wir haben schlechte Ergebnisse und eine schlechte Position in der Tabelle. Entscheidend war die sportliche Darstellung der Mannschaft in den letzten beiden Spielen. Das waren deutliche Schritte in die falsche Richtung, das war der ausschlaggebende Punkt", begründete Poschner Ende September den Trainerwechsel. Zunächst übernahm Co-Trainer Markus von Ahlen die Verantwortung und kam in seinem ersten Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth gleich zu einem 2:0-Erfolg. Nach einigen Tagen Bedenkzeit wurde dem 43-Jährigen das Vertrauen ausgesprochen. Er erhielt einen Vertrag bis Sommer 2016. Er bat aufgrund der Tabellenkonstellation um "ein bisschen Geduld". Er habe einen "klaren Plan", mit dem er auch nachhaltig arbeiten wolle.

Nur neun Punkte aus zehn Partien - Vorletzter

Doch ob vor allem die Fans die Geduld aufbringen können, scheint fraglich. In den vergangenen beiden Spielen war nichts von einer Verbesserung der Spieler zu erkennen. Mit 0:2 unterlag das Team beim VfR Aalen, in Aue kam man sogar mit 1:4 unter die Räder. "Das war nix. Aue hat uns vorgemacht, wie man spielen muss, wenn man hinten drin steht", erklärte Offensivspieler Daniel Adlung gegenüber dem "Kicker". Mit nur neun Punkten aus zehn Spielen stehen die Löwen, die ihrem Spitznamen keine Ehre erweisen, auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ein Zähler ist der SV Sandhausen, im Moment Sechzehnter, entfernt. Mit elf Treffern stellt der Deutsche Meister von 1966 die viertschlechteste Offensive der Liga, bei den Gegentreffer rangiert man mit 18 Stück in dieser Statistik ebenfalls auf dem vorletzten Platz. Nur Tabellenschlusslicht FSV Frankfurt musste ein Tor mehr hinnehmen.

 

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