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"Hatte nichts mit Streik zu tun": Friedl über seinen Werder-Verbleib

© IMAGO / Nordphoto

Das Transferfenster ist zu und klar ist, dass Marco Friedl damit weiterhin für den SV Werder Bremen auflaufen wird. Gegen Rostock fehlte der Österreicher noch, weil er sich – angesichts eines möglichen Wechsels zu Union Berlin – nicht spielfähig fühlte. Im "Kicker"-Interview erklärte der 23-Jährige jetzt, dass das keinen Streik bedeutet hätte.

"Zeitpunkt war unglücklich"

Vor vier Jahren machte sich Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund selbst zum prominentesten Beispiel für einen Wechselstreik, der damals mit einem Transfer zum FC Barcelona endete. Seitdem gab es eine Reihe von Fußball-Profis, die vergleichbare Methoden nutzen wollten. SVW-Verteidiger Marco Friedl zählt sich nicht dazu – obwohl er sich kurzfristig für das Rostock-Spiel abmeldete, weil er sich nicht spieltauglich fühlte.

"Der Zeitpunkt meines Entschlusses, einen Tag vor dem Spiel, war unglücklich", räumte Friedl im "Kicker"-Interview ein. "Aber die Entscheidung hatte ganz klar nichts mit einem Streik zu tun. Friedl habe sich vor der Partie viele Fragen über die Zukunft gestellt, immerhin stand ein Wechsel zu Union Berlin in die Bundesliga im Raum. "Für einen Spitzensportler spielt der Kopf nun mal eine ganz entscheidende Rolle", führte der 23-Jähriger weiter aus. Er habe der Mannschaft nicht schaden wollen, aber auch die Konsequenzen seines Handelns nicht im Detail bedacht.

Im Vordergrund stand für Friedl das Sportliche: "Wenn ich hinten einen Fehler gemacht und gewusst hätte, dass es daran liegt, nicht bei der Sache zu sein, wäre das falsch gewesen." Klar ist dem Österreicher inzwischen, dass er damit auch seine Vorbildfunktion nicht erfüllt habe. Friedl bedauert seine Handlung – und entschuldigt sich: "Ich wollte dem Verein nie in den Rücken fallen, nach dem Motto: Jetzt muss ich streiken, um hier wegzukommen."

Vertrauen der Fans zurückgewinnen

Wie geht es nun mit dem Abwehrspieler an der Weser weiter? Die Sportliche Leitung kündigte zuvor schon eine Strafe an, am Montagabend folgte das Gespräch. "Natürlich haben sie mir deutlich gemacht, wie sie das Verhalten gesehen haben. Aber danach war es dann auch für alle gegessen", erklärte Friedl. Auch vor der Mannschaft habe der 23-Jährige mittlerweile gesprochen, sodass zwischen ihm und den Mitspielern wieder Klarheit herrscht.

Und die Fans? "Natürlich werde ich da unter besonderer Beobachtung stehen. Aber ich kann es jetzt nicht mehr rückgängig machen", machte sich Friedl nichts vor. Vor eigenem Publikum geht es erst am 18. September weiter – wenn der Hamburger SV zu Gast zum Nordderby ist. "Ich hoffe, dass ich mit Leistung das Vertrauen der Fans wieder zurückgewinnen kann", versprach sich Friedl viel von der kommenden Zeit an der Weser. Denn mindestens bis zum Winter-Transferfenster wird der Innenverteidiger nun definitiv an Bord sein.

Dass er sich nun aber erst einmal zurückkämpfen muss, scheint klar: "Es kann sein, dass es ein paar Pfiffe geben wird, aber dann möchte ich dafür sorgen, dass es sie nach dem Spiel gegen Hamburg nicht mehr gibt." Enttäuscht, dass er nun in Bremen bleibt, sei Friedl ohnehin nicht. Denn der Wohlfühlfaktor ist weiterhin hoch, obwohl jeder Spieler das Ziel habe, "so hoch wie möglich zu spielen". Mit Bremen geht es erst einmal in der 2. Bundesliga weiter.