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"Hatte zu keinem Zeitpunkt Angst": Lilien fertigen St. Pauli ab

© IMAGO / Jan Huebner

Die stärkste Offensive der Liga hat wieder einmal zugeschlagen – und zwar gegen den Tabellenführer aus Hamburg. Ein 4:0-Sieg der Lilien gegen den FC St. Pauli lässt nun den SV Darmstadt 98 von der Tabellenspitze grüßen. Ein Moment zum Genießen, mehr aber auch nicht. Das machten alle Beteiligten unmittelbar nach Abpfiff schon wieder klar.

Lieberknecht kitzelt das  Team

35 Tore – so schnell macht dem SV Darmstadt 98 niemand etwas vor. Auch nicht St. Pauli, wie die Lilien am 14. Spieltag eindrucksvoll bewiesen. Dafür musste Cheftrainer Torsten Lieberknecht zu besonderen Tricks greifen. "Als wir nach dem Warmmachen hoch in die Kabine gegangen sind, hatte ich das Gefühl, dass die Mannschaft gar nicht die nötige Spannung hat, die es gegen so ein starkes Team wie St. Pauli braucht", ließ der 48-Jährige nämlich einblicken, doch die Lösung hatte der Coach schon parat: "Daher habe ich die Jungs vor Anpfiff mit markanten Worten noch einmal gekitzelt."

Mit Anpfiff waren die Darmstädter dann bereit, schon nach sechs Zeigerumdrehungen klingelte es im Kasten der Hamburger. Vier Mal waren die Lilien insgesamt dann in der ersten Halbzeit erfolgreich. "Wir wussten, dass wir die drei Punkte nur holen können, wenn wir die nötige Ausstrahlung zeigen. Das haben wir getan", freute sich Lieberknecht über den deutlichen Erfolg. Mehr, als der Torreigen in der ersten Hälfte, gefiel dem Coach das Agieren im zweiten Abschnitt. "Am ganzen Spiel am meisten gefallen hat mir aber, dass die Mannschaft nach der 4:0-Führung in der zweiten Halbzeit extrem seriös geblieben ist – gerade in der Defensivarbeit", so Lieberknecht.

"Genießen den Moment"

Ein besodneres Lob erhielt Tobias Kempe, der das Spiel mit einer "verantwortungsvollen Art und Weise" angegangen war. "Er übernimmt den Part auf der Sechserposition so seriös, dass es allen anderen drumherum hilft", sprach Lieberknecht öffentlich aus. Auch Philip Tietz und Luca Pfeiffer durften sich des Lobes sicher sein, stellten beide ihren Kontostand bereits auf jeweils elf Treffer. Pfeiffer, der aus Dänemark ausgeliehen ist, stellte klar: "Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst, dass Sankt Pauli noch einmal zurückkommen könnte. Wir können uns vorne auf die Jungs hinten verlassen und die Jungs hinten können sich auf die Vorderen verlassen."

Mit 26 Punkten grüßen die Lilien jetzt von der Tabellenspitze, weil sie St. Pauli wegen des besseren Torverhältnisses überholen konnten. Die Hamburger haben noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Über Euphorie oder Träume sprach am Böllenfalltor ohnehin niemand. "Es ist einfach wichtig, dass wir jetzt punktemäßig so gut dastehen, zumal jeder weiß, wie schnell es auch wieder in die andere Richtung gehen könnte", mahnte Pfeiffer weiterhin zur Vorsicht. Auch Kapitän Fabian Holland pflichtete bei: "Wir genießen diesen Moment natürlich, wissen aber auch, dass wir immer weiter dranbleiben müssen. Das sagen wir seit Wochen, aber genau das ist unsere Stärke." Locker lassen wolle selbstverständlich niemand – weiter geht es daher in Aue (Samstag, 13:30 Uhr), wo wieder die Tugenden des SVD gefordert sein werden.