Heidenheim: Daniel Frahn - Lückenfüller, Mitläufer oder Torgarant?
Am vergangenen Mittwoch starteten die Profis des 1. FC Heidenheim in die Vorbereitung zur neuen Saison. Dabei stand eine Leistungsdiagnostik auf dem Programm und am Samstag findet dann die erste öffentliche Trainingseinheit statt. Dann können sich Interessierte ein erstes Bild vom Team machen. Besonderes Augenmerk wird dabei sicher auf den bisherigen Neuzugängen liegen. Mit Kevin Müller, Norman Theuerkauf, Arne Feick, Sebastian Heidinger, Dominik Widemann und Daniel Frahn stehen bisher sechs Neuzugänge fest, mindestens ein weiterer soll noch hinzukommen. Die größten Spannungen und Erwartungen dürften auf der Verpflichtung von Frahn liegen, der in große Fußstapfen treten wird. Florian Niederlechner glänzte in der abgelaufenen Spielzeit mit 15 Toren und zehn Torvoralgen und war maßgeblich am guten Abschneiden des 1. FCH beteiligt. Mit seinem Wechsel zum Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 kassierten die Heidenheimer eine Ablöse, die wohl bei etwa zwei Millionen Euro liegt, aber verlieren damit auch eine wichtige Stütze im Team. Nun liegen die großen Hoffnungen auf Daniel Frahn, der fest als Niederlechner-Ersatz eingeplant ist.
Schlägt Frahn ein?
Schon während der zurückliegenden Winterpause streckte der 1. FCH die Fühler nach Frahn aus. Nun war es soweit und nach langen Verhandlungen ging der Transfer über die Bühne. Zuvor spielte Frahn fünf Jahre lang für RB Leipzig und entwickelte sich schnell zum Liebling der Zuschauer. Besonders durch seinen vorbildlichen Einsatz wurde der Kapitän von den Massen gefeiert. Die abgelaufene Spielzeit verlief für den gebürtigen Potsdamer aber nicht sehr erfolgreich. In 23 Spielen traf Frahn viermal und bereitete ein Tor vor.
Dennoch sind seine Qualitäten unumstritten. Der 1,86m große Angreifer ist auf dem Spielfeld stets präsent. Besonders hervorzuheben ist sein Torinstinkt. Er antizipiert das Geschehen auf dem Feld sehr früh und weiß somit, wo er sich zu positionieren hat. Gepaart mit seiner Schusstechnik beförderte er die Leipziger fast im Alleingang aus dem Amateurfußball in das Fußballunterhaus. Nun stellt sich die Frage, ob er in Heidenheim eine ähnlich erfolgreiche Rolle spielen kann. Bei den Heidenheimern geht viel über den Teamgeist. Um individuell fehlende Qualität auszugleichen, geht man meist über den Schmerzpunkt hinaus. Mit dieser Einstellung sollte sich Frahn identifizieren können. Ihm dürfte auch das bevorzugte 4-4-2 System entgegenkommen. Neben einem Sturmpartner hat er zudem über die beiden Außenbahnen mit Marc Schnatterer und Robert Leipertz technisch sehr starke Mitspieler, die ihn in Szene setzen können. Das alles ist jedoch nur Theorie. Es wird einige Wochen dauern, bis sich Frahn vollständig an das neue Umfeld und die neuen Mitspieler gewöhnt hat. Doch dann ist die Chance groß, dass Niederlechners Abgang nicht zu schwer wiegt und die Heidenheimer auch in der nächsten Saison möglichst fern der Abstiegsränge anzutreffen sind.