Heidenheim: Individuelle Fehler führen zur Niederlage

Es war ein sehr ereignisreiches Spiel, welches die Zuschauer am Freitagabend in Nürnberg zu sehen bekamen. Zur Freude aller „Club-Anhänger“ wurde das Spiel spät, aber nicht unverdient, mit 3:2 (2:1) gewonnen. Die Heidenheimer mussten mit leeren Händen den nach Hause Weg antreten. Dabei war der Punktgewinn zum Greifen nah und auch ein Sieg war bei näherem Betrachten durchaus möglich. Am Ende mussten sich die Spieler aber an die eigene Nasse fassen, weil es nicht zu mehr gereicht hat.

Überrannt vom Gegner

Beim 1. FC Nürnberg war nach der herben Pleite zu Saisonbeginn gegen den SC Freiburg bereits früh Druck im Kessel. Auf Wiedergutmachung aus, traten die Spieler vom Anpfiff weg auf. Die Heidenheimer schienen vom überfallartigen Auftreten der Hausherren völlig überrascht zu sein. In die eigene Hälfte gedrängt und kaum für Entlastung sorgend. So war das vorherrschende Bild im ersten Spielabschnitt. Es verwundert wenig, dass sich die „Clubberer“ für ihren forschen Beginn bereits früh belohnten. Auf der linken Abwehrseite schien Arne Feick den Ball bereits unter Kontrolle zu haben. Jedoch wurde er von Guido Burgstaller so sehr unter Druck gesetzt, dass dieser ihm den Ball wieder leicht entwenden konnte. Mit einem präzisen Pass in die Mitte zu Danny Blum, war die FCH-Defensive an diesem Abend zum ersten Mal düpiert.

Leipertz trifft doppelt

Völlig überraschend fiel dann auf der Gegenseite der Ausgleichstreffer. Bei einer Feick-Flanke schlief zum ersten Mal die gesamte Club-Defensive. So hatte Robert Leipertz gar keine Mühe aus fünf Metern zum 1:1 einzuköpfen. Besser wurde das Spiel des FCH dadurch nicht. Nürnberg war weiterhin tonangebend und nur FCH-Keeper Jan Zimmermann war es zu verdanken, dass der Club nicht wieder in Führung ging. Beim zweiten Gegentreffer konnte aber auch Zimmermann nicht mehr eingreifen. Und wieder griffen die Heidenheimer den Hausherren tüchtig unter die Arme. Nach einer geklärten FCH-Ecke kam Leipertz außerhalb des Strafraums an den Ball. Statt diesen jedoch einfach nach außen weiterzuleiten, wollte er diesen auf umständliche Weise sichern und verlor ihn dabei. Der Club konterte in Person von Blum, der im Laufduell Robert Strauß ganz einfach abschüttelte. Blum behielt die Übersicht und passte scharf in die Mitte, wo der zurückeilende Leipertz den Ball in die eigenen Maschen beförderte. Dieses Gegentor hätte durch ein klares Abspiel von Leipertz und einem frühzeitigen, taktischen Foul von Strauß durchaus verhindert werden können. So jedoch ging es mit einem Rückstand in die Kabinen.

Gefühlvoll und brachial zum Torerfolg

Eine Reaktion der Gäste suchte man auch zu Wiederbeginn vergeblich. Dennoch gelang es ihnen wieder, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Und dieser war einer von der Kategorie „Tor des Monats“. Smail Morabit spazierte über die rechte Seite. Wenige Meter vor der Auslinie suchte er mit seiner Flanke den lauernden Daniel Frahn. Der Ball flog aber an den zweiten Pfosten. Thorsten Kirschbaum streckte sich im FCN-Tor vergebens und so schlug der Ball neben dem Pfosten zum 2:2 ein. Nun war das Momentum eindeutig auf der Seite der Gäste. Nach einem Freistoß kam Mathias Wittek am langen Pfosten an den Ball. Sein Schuss touchierte aber nur die Querlatte. Glück für die Nürnberger, die zweiten Spielabschnitt nicht mehr ganz so drückend agierten, wie noch in Halbzeit eins. Der Sieg sollte ihnen trotzdem noch vergönnt sein. Strauß ließ sich von einem einfach Übersteiger zu leicht austanzen und konnte somit die Flanke nicht mehr unterbinden. In der Mitte nahm Club-Kapitän Jan Polak den Ball kurz mit der Brust an und ließ somit Julius Reinhardt ins leere laufen. Anschließend hämmerte er den Ball direkt mit links auf das Tor. Aus dieser kurzen Distanz konnte Zimmermann nicht mehr entscheidend eingreifen und musste den Ball aus dem Netz fischen.

Formverbessert im Pokal

Es war eine vermeidbare Niederlage und dementsprechend war die Stimmung im Lager des FCH. Man ärgerte sich über die vergebenen Punkte. Die Leistung hätte keine Punkte verdient gehabt, dennoch wären die Gegentreffer, durch ein konsequenteres Defensivverhalten, absolut vermeidbar gewesen. Für den FCH gilt es nun Mund abputzen und nach vorne schauen. Am Sonntag ist man im DFB-Pokal zu Gast beim FK Pirmasens. Zum ersten Mal in der Geschichte war man im Profi Topf vertreten und reist somit als Favorit zum Außenseiter im Pokal. In diesem hat Pirmasens schon oft von sich Reden gemacht und mit einem Auftreten wie gegen Nürnberg wird es für den FCH kein leichtes Unterfangen. Die Zielsetzung ist vorgegeben. Es soll und muss die zweite Runde erreicht werden, ohne großes Zittern, doch dafür ist ein stabileres Auftreten in der Defensive und mehr Durchschlagskraft in der Offensive von Nöten.

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