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Heidenheim-Misere hält an: Auch gegen Braunschweig ohne Punkte

In Heidenheim wird man froh sein, dass nun endlich Winterpause ist. Beim abschließenden Heimspiel des Jahres verteilte man vorzeitig Weihnachtsgeschenke an die Gäste aus Braunschweig. Bei strömendem Regen und schwierigen Platzverhältnissen entwickelte sich ein, für diese Verhältnisse,  ansehnliches Zweitligaspiel, in dem die Gäste am Ende mit einem 0:1 (0:0) Erfolg als Sieger hervorgingen. Dabei bewies Gäste Trainer Torsten Lieberknecht ein goldenes Händchen. Er wechselte nach einer Stunde Spielzeit Seung-Woo Ryu ein, welcher nur eine Minute nach seiner Einwechslung den Treffer des Tages erzielte.

Ungewohntes Trio im Einsatz

Wer sich am Freitagabend die zentrale Defensive der Heidenheimer ansah, musste wahrscheinlich gleich zweimal hinschauen, um auch ganz auf Nummer sicher zu gehen. Über weite Teile der Saison ordnete im Tor Jan Zimmermann seine beiden Innenverteidiger, Mathias Wittek und Kevin Kraus, gestern fanden sich auf diesen Positionen ein Trio, welches es so bisher noch nicht in Heidenheim zu sehen gab. Im Tor agierte zum vierten Mal in Folge Felix Körber. Vor ihm spielten Tim Göhlert und zum ersten Mal von Beginn an auch Timo Beermann. Kraus musste wegen einer Rotsperre zuschauen, Wittek verpasste die letzte Partie des Jahres, wegen seiner fünften Gelben Karte. Beermann und Göhlert hinterließen einen guten Eindruck. Zweikampfstark am Boden und der Luft eroberten sie viele Bälle und ließen die Gäste-Angreifer nie wirklich zur Entfaltung kommen. So wurde Körber nie ernsthaft geprüft. Vielleicht war es deshalb beim Gegentor nicht ganz auf der Höhe. Eine scheinbar harmlose Flanke von rechts ließ Körber fallen und ermöglichte den Gästen den überraschenden Führungstreffer. „Dem jungen Torhüter da einen Vorwurf zu machen, da wäre ich ganz, ganz vorsichtig“, nahm Lieberknecht Körber sogar in Schutz und verwies auf den „tückischen Platz“. Ohne diesen Patzer wäre es wohl bei einem 0:0 geblieben. Das Innenverteidiger Duo und die gesamte Defensive des FCH ließ nicht mehr zu. Im Aufbauspiel hatten aber sowohl Beermann, als auch Göhlert, noch etwas Luft nach oben. Dies lässt sich teils aber auf die mangelende Spielpraxis zurückführen. Beermann absolvierte, nach seinem Kreuzbandriss vor 1 ½ Jahren, seine erste Partie über die vollen 90 Minuten für den FCH. „Natürlich ein geiles Gefühl. Darauf hab ich seit meiner Verletzung hingearbeitet, dass ich wieder von Anfang an die Chance bekomme“, kommentierte Beermann seinen ersten Einsatz von Beginn an.

Viele Chancen, kein Ertrag

Es dauerte nur sieben Sekunden, bis zur ersten Torchance des FCH. Diese wurde von Rafal Gikiewicz sehenswert pariert. Der Torschuss von Florian Niederlechner war gefährlicher, als jede Angriffsbemühung aus dem vorangegangenen Ligaspiel gegen den FSV Frankfurt. Auch der anschließende Eckball sorgte für Gefahr, aber Smail Morabit köpfte knapp über das Gebälk. Von Beginn an war den Hausherren anzusehen, dass sie die schlechten Leistungen aus den vergangenen Spielen vergessen machen wollten. Dies gelang ihnen auch in der ersten Halbzeit. Sie drückten die Braunschweiger weiterhin in ihre eigene Hälfte, doch Gikiewicz war bei den vielen Distanzschüssen stets auf dem Posten und strahlte, trotz des holprigen Rasens, eine ungemeine Ruhe aus. Bei der größten Chance des FCH war aber auch er machtlos. Ein Glück für ihn, landete der sehenswerte Flugkopfball von Niederlechner nur am Dreieck und sprang von dort aus zurück ins Feld. „ Wir müssen heute einfach die drei Punkte holen. Wir hatten heute einfach Pech im Abschluss, das Tor war wie vernagelt“, so Niederlechner über die liegen gelassenen Chancen. Auch Heidenheims Trainer Frank Schmidt fand kaum passende Worte. Er sprach von einer „Enttäuschung im Ergebnis“. Vieles wurde richtig gemacht, aber man verpasste es, sich selbst für den hohen Aufwand zu belohnen. Für die Heidenheimer kommt die Winterpause wie gerufen. Aus den letzten fünf Spielen wurden nur zwei Punkte geholt. Dabei schwächelte vor allem die sonst so starke Offensivabteilung. Nur ein Treffer gelang aus diesen fünf Spielen und diesen erzielte mit Marcel Titsch-Rivero auch noch ein Mittelfeldspieler. „Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen, haben zuletzt aber etwas geschwächelt. Wir müssen direkt nach der Winterpause um jeden Punkt kämpfen, um nächstes Jahr auch in der zweiten Liga spielen zu können“, resümierte Schmidt und richtete den Blick schon wieder nach vorne.