Heidenheims Heimmacht fängt weiter an zu bröckeln
Gegen die SpVgg Greuther Fürth setzte es für den 1. FC Heidenheim die zweite Heimpleite in Folge, nachdem vor drei Wochen dem 1. FC Union Berlin der erste Sieg auf der Ostalb gelang. Aus den ersten sechs Heimspielen der Saison gewannen die Heidenheimer vier und spielten nur zweimal Remis. Mann des Tages war der Fürther Goran Sukalo, der früh in der Partie und mit der letzten Aktion des Spiels seine zwei Treffer erzielen konnte. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Robert Leipertz war am Ende bedeutungslos.
Fürth früh hellwach
Passend zum Heimspiel gab es in Heidenheim den ersten Schnee des Winters. Den Kleeblättern bereitete dieses Wetter weniger Probleme, denn vom Anpfiff weg brannten diese ein regelrechtes Feuerwerk auf dem Rasen hab. Durch frühes Pressing und ein aggressives Zweikampfverhalten drängten sie die Hausherren tief in die eigene Hälfte, die wohl ziemlich überrascht waren vom forschen Beginn der Franken. Bezeichnend hierfür auch das frühe Tor der Gäste, die einfach wacher und immer einen Schritt schneller waren. Robert Zulj brachte einen Eckball gefährlich in den Strafraum, wo Sukalo am schnellsten reagierte und den Ball zur frühen Führung über die Linie drückte. Die Heidenheimer waren geschockt und fanden zu keinem Zeitpunkt im ersten Spielabschnitt in ihr Spiel. Meist planlos wurden die Bälle nach vorne geschlagen in der Hoffnung, dass sich irgendwie eine gefährliche Chance ergibt. Dem war jedoch nicht so, da die Gäste sehr präsent und konzentriert zu Werke gingen. Das einzige was man ihnen ankreiden konnte war, dass sie aus ihrer drückenden Überlegenheit viel zu wenig Kapital draus geschlagen haben. Nach einem herrlichen Pass in die Schnittstelle von Marco Stiepermann zu Veton Berisha war dieser frei durch und hatte das zweite Tor auf dem Fuß. Jedoch scheiterte er mit seinem Schuss am gut reagierenden Jan Zimmermann. Mit der letzten Aktion vor der Halbzeit erlitt Ronny Philp eine stark blutende Wunde, die noch auf dem Spielfeld gestillt werden musste, obwohl sich beide Teams bereits schon in den Kabinen fanden. Philp blieb anschließend in der Umkleide, für ihn kam Robert Strauß in die Partie.
Und täglich grüßt das Murmeltier
Wie so oft in der Saison hat sich das Blatt zur Halbzeit gewendet. Die Heidenheimer nun viel wacher und giftiger in den Zweikämpfen, setzten die Gäste gehörig unter Druck. Klare Chancen wollten sich aber noch keine ergeben. Dann beinahe die Vorentscheidung im Spiel. Wieder war es ein herausragendes Zuspiel von Stiepermann auf Berisha, wieder war dieser frei durch und lief zentral auf Zimmermann zu und wieder behielt am Ende Zimmermann die Oberhand und entschärfte auch diese eins gegen eins Situation gegen ihn. Fortan diktierten aber nur noch die Hausherren das Geschehen. Ein erster Versuch von Smail Morabit war noch zu unplatziert (58.). Wenige Zeigerumdrehungen später fiel dann der verdiente Ausgleich. Über rechts kombinierten sich die Heidenheimer nach vorne. Marc Schnatterer ließ klug zu Adriano Grimaldi abtropfen. Dessen Schussversuch wurde abgefälscht und gelangte so zu Leipertz, der am langen Pfosten in aller Ruhe zum Ausgleich einschieben konnte. Spätestens jetzt merkte jeder im Stadion, dass die Wende möglich sei. Von den Fans nach vorne gepeitscht brannte es nach einem Eckball im Strafraum der Kleeblätter. Diese konnten den Ball nicht entscheidend klären, so lag dieser zwei Meter vor der Linie frei, jedoch stand auch kein Heidenheimer in der Nähe und konnte den Ball über die Linie drücken. Letztendlich konnte Sebastian Mielitz den Ball sichern. Bei einem Abwurf versuchte dieser dann einen Konter einzuleiten, der Ball landete jedoch bei Schnatterer, der aus 30 Metern den Ball volley nahm. Mielitz eilte von der Strafraumkante schnell genug zurück und konnte so seinen Fauxpas wieder wett machen (79.).
Wieder Zulj, wieder Sukalo, wieder die Nachspielzeit
Bis zur Nachspielzeit drängten die Heidenheimer auf den Siegtreffer und agierten sehr offensiv. Ein Treffer wurde ihnen jedoch verwehrt. Als dann die Nachspielzeit abgelaufen war legte sich Zulj den Ball noch einmal für einen Freistoß zurecht. Aus dem rechten Halbfeld brachte er den Ball in den Strafraum, dort war wieder Sukalo zur Stelle, der zum Kopfball kam. Von Kraus noch abgefälscht schlug der Ball im langen Eck ein. 1:2! Der Schiedsrichter pfiff die Partie erst gar nicht mehr an. „Ich habe meinem Team gesagt, es solle den Kopf sofort wieder nach oben nehmen. Mit was für einer Einstellung wir, nach dieser schwachen ersten Halbzeit, zurückgekommen sind, war sehr stark. Die Mannschaft hat sich verdientermaßen mit dem Ausgleich belohnt. Dass dann am Ende so das zweite Gegentor fällt, ist einfach nur unglaublich bitter“, fasste Frank Schmidt die Partie zusammen. Für Heidenheim war es schon das zweite Heimspiel, in dem sie mit der letzten Aktion noch Punkte verschenkten. Gegen den KSC war es ein direkter Freistoß von Enrico Valentini, der den Heidenheimer schon sicher geglaubte drei Punkte nahm. Gegen die Spielvereinigung wurde man wieder kalt erwischt und stand dieses Mal am Ende sogar mit leeren Händen da.