HSV als Underdog gegen Leipzig: "Wollen unser Gesicht zeigen"

Durch eine 0:3-Niederlage im Stadtderby hat der Hamburger SV den Spitzenplatz in der Zweitliga-Tabelle verloren. Deswegen gerät das Umfeld aber nicht in Panik, fand Cheftrainer Tim Walter. Zumal nun die DFB-Pokalpartie mit RB Leipzig (Dienstag, 18 Uhr) folgt - ein Spiel, in dem die Elbestädter zwar der klare Außenseiter sind, aber dank der eigenen Tugenden nichts herschenken werden.

"Nicht von unserer DNA abweichen"

"Die Rote Karte war mit Sicherheit ein Knackpunkt. Zu dem Zeitpunkt stand es 0:0 und wir hatten alles im Griff, wenngleich wir noch Luft nach oben hatten", blickte Tim Walter auf das Derby mit dem FC St. Pauli zurück, in dem der HSV in einer 60-minütigen Unterzahl letztendlich unterlag. "Das darf uns nicht passieren, ist aber passiert." Die vorherige Serie mit fünf Siegen in Folge ist jedoch nicht vergessen, sodass der HSV-Coach ohne Sorge in die nächsten Aufgaben gehen will. Das oftmals wankelmütige Publikum sieht Walter hinter sich: "Beim Herausgehen haben uns die Fans sofort wieder 'HSV' hinterhergebrüllt. Da entsteht wirklich etwas zusammen, weil auch die Jungs und Mädels in der Kurve ähnlich wie wir eine Identität entwickeln."

Im DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig wird der HSV wohl die Unterstützung seiner Fans auch brauchen. "Der Pokal ist ein ganz anderer Wettbewerb. Er gibt uns als Club und Mannschaft die Möglichkeit, uns zu präsentieren. Wir sind der absolute Underdog", fand Walter. Zurückschrecken will er deswegen mit seinem Team aber nicht: "Trotzdem werden wir unsere Chance suchen und von unserer DNA nicht abweichen. Wir wollen unser Gesicht zeigen." Ein mutiger Auftritt gegen den amtierenden Pokalsieger dürfte den Fans jedenfalls gefallen.

Sechste Partie zwischen HSV und RB

Doch hilft die Walter-Taktik, die auch ein Spiel auf Sieg in Unterzahl implizierte? "Wir haben die Lehre aus der Vorsaison gezogen, nicht so häufig Unentschieden zu spielen. Wir sind keine Mannschaft, die darauf spielt, nicht zu verlieren", bezog sich der Cheftrainer noch einmal auf die Partie gegen St. Pauli. Daher wird den Übungsleiter wohl auch die Außenseiterrolle im Pokal nicht stören. Walter machte klar: "Es gibt im Fußball immer ein auf und ab. Wir gehen unseren Weg weiter, lassen uns jetzt nicht von zwei Spielen und deren Beurteilung von außen beeinträchtigen."

Wichtig sei, dass der HSV bei seinen Stärken bliebe. "Uns hilft keiner, außer wir uns selbst. Wir haben jetzt eine Niederlage und eine sehr große Enttäuschung erlebt", plädierte Walter für Geschlossenheit im Umfeld. "Wir lassen uns von einer Niederlage jetzt nicht umwerfen und malen deshalb nicht alles Schwarz." Klar ist, dass ein überraschender Erfolg im Pokal die Stimmung schlagartig wieder auf den Höhepunkt zurückbefördern würde. Zwischen beiden Klubs wird es die sechste Begegnung, bislang konnte der HSV erst einen Sieg gegen die Leipziger erringen - datiert auf den 11. Februar 2017. Papadopoulos, Walace und Hunt trafen damals zum deutlichen 3:0-Erfolg.

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