HSV im Krisenmodus: Thioune will "rennen, marschieren, drängen"
Der Hamburger SV stemmt sich weiterhin gegen die Krise und will die Kehrtwende baldmöglichst schaffen. Die 0:1-Niederlage gegen Hannover kann dafür bereits der Wendepunkt sein, denn Cheftrainer Daniel Thioune lobte einmal mehr die Moral, die seine Mannschaft in dieser Partie gezeigt hatte. Nun muss die Leistung allerdings in Zählbares umgemünzt werden.
"Gern wiederholen"
Fünf Spiele ohne Sieg lasten auf den Schultern der HSV-Akteure, die unter der Woche mit Blessuren zu kämpfen hatten. Wo wurden die Trainingseinheiten von Simon Terodde, Jan Gyamerah und Bobby Wood gesondert gesteuert, um die Profis für das Samstagsspiel gegen Darmstadt 98 fit zu halten. Gegen die Lilien kommt es wieder auf jeden Einzelnen an der Elbe an, wie Cheftrainer Daniel Thioune in der Pressekonferenz vor der Partie betonte: "Fleißige Arbeit wird immer wieder belohnt. Wir müssen das Spiel wieder auf unsere Seite ziehen und die individuellen Fehler reduzieren."
Gegen Hannover 96 konnte seine Mannschaft in der Vorwoche "ihre Mentalität" zeigen: "Die Jungs sind gerannt, sie sind marschiert und haben den Gegner tief in die eigene Hälfte gedrängt." Trotz 65-minütiger Unterzahl sah der HSV im Krisenduell mit den Niedersachsen nicht wie der sichere Verlierer aus. Den Auftritt würde Thioune "gern am kommenden Wochenende wiederholen". Dann geht es nämlich gegen den SV Darmstadt 98, der die vergangene Saison dicht hinter den Spitzenplätzen abschloss und dieses Jahr noch nach Konstanz sucht.
Thioune warnt
Für Thioune sind die Lilien das Sinnbild der Liga: "Die Darmstädter betreiben mit dieser Art des Fußballs einen sehr, sehr hohen Aufwand, aber bisher haben sich die Ergebnisse noch nicht eingestellt. So geht es der einen oder anderen Mannschaft auch." Den HSV eingeschlossen, denn nach dem perfekten Saisonstart ist der Druck inzwischen wieder enorm an der Elbe. Trotzdem warnte Thioune auch dieses Mal vor den fußballerischen Fähigkeiten der kommenden Gäste: "Wir haben in dieser Saison diesbezüglich schon alles von diesem Gegner gesehen und treffen unterm Strich auf eine Mannschaft, die Fußball spielen möchte."
Nur ein Sieg kann die aufkommenden Unruhen besänftigen, das weiß neben dem HSV-Coach wohl auch die Mannschaft. Verzichten muss Thioune in jedem Fall auf Sonny Kittel, der nach dem Spiel gegen Hannover eine Gelb-Rot-Sperre absitzen muss. Auch Rick van Drongelen und Tom Mickels, beide im Aufbautraining, werden für das Wochenende - und vermutlich auch für das restliche Jahr - keine Optionen sein.