HSV: Kühne lässt nicht locker und erhärtet sein 120 Mio.-Angebot
Die nächste Runde bitte: In der Vorwoche war Unternehmer und HSV-Aktionär Klaus-Michael Kühne mit einer Offerte von 120 Millionen Euro beim Rautenklub vorstellig geworden, welche der Klub ablehnte. Doch Kühne scheint unter allen Umständen den Plan von Finanzvorstand Dr. Thomas Wüstefeld verhindern zu wollen und erhärtete am Montag sein Angebot.
Kühne rät von der Aufnahme weiteren Fremdkapitals ab
Dieser Mann lässt nicht locker! Klaus-Michael Kühne, seines Zeichens Milliardär und Anteilseigner von rund 15 Prozent der HSV Fußball AG, schiebt gut eine Woche nach der Ablehnung seines Angebots durch HSV e.V.-Präsident Marcell Jansen eine weitere Pressemitteilung nach. In dieser erneuert er nicht nur sein Angebot der Vorwoche, dem Klub 120 Millionen Euro für die Stadionsanierung und den Schuldenabbau zur Verfügung zu stellen, sondern gibt weitere Empfehlungen ab.
Insbesondere warnt der 85-Jährige vor der Aufnahme von weiterem Fremdkapital, "da damit die Verschuldung weiter ansteigen und die Erreichung finanzieller Stabilität in noch weitere Ferne gerückt würde." Dieser Satz ist sicherlich nicht ohne Eigennutz gewählt, hegt Kühne doch selbst seit Jahren großes Interesse an einem noch größeren Machteinfluss innerhalb des Klubs, wie sein Forderungskatalog vor wenigen Tagen offenbarte. Hintergrund ist die bevorstehende Sanierung des Volksparkstadions im Hinblick auf die Euro 2024 und die noch nicht abschließend geklärte Finanzierung.
Die Kühne Holding AG beteuert trotz allem in seinem Statement, es ginge nicht darum "im Rahmen einer weiteren Zusammenarbeit auf die Geschicke der HSV Fußball AG Einfluss zu nehmen oder gar 'Macht auszuüben'. Wir bieten ausschließlich eine maßgebliche Unterstützung zur Herstellung gesunder finanzieller Verhältnisse an, womit die Grundlage für zukünftige sportliche Erfolge geschaffen werden soll."
Opponent zu Finanzvorstand Wüstefeld
So oder so fährt der Logistik-Unternehmer einen konträren Kurs zu Finanzvorstand Dr. Thomas Wüstefeld, über den Kühne vor wenigen Tagen sagte, dass er hoffe, dass "der Vorstand "bald Geschichte ist. Wüstefeld treibt seit Monaten im Hintergrund einen anderen Plan voran, der vorsieht, dass Trikotsponsor "Hanse Merkur" zusätzlich als Darlehensgeber 23 Millionen für die Stadionsanierung zuschießen würde, das berichtet der "kicker".
Für dieses Paket fehlen Stand jetzt jedoch die notwendigen Bürgen. Pikanterweise hatte Wüstefeld vor einem Jahr Anteile der Kühne Holding AG erworben und besitzt selbst 5,11 Prozent an der Fußball AG. Darüber hinaus stand gegenüber Wüstefeld jüngst ein Abwahlantrag im Raum, nicht zuletzt aufgrund seines Clinchs mit Sportvorstand Jonas Boldt.