• Facebook
  • Twitter

HSV: Unzufriedenheit trotz verlängerter Serie

© IMAGO / Claus Bergmann

Echte Freude empfand beim Hamburger SV nach dem geretteten 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg niemand. Zwar blieben die Rothosen durch das Remis zum sechsten Mal seit der Derby-Pleite gegen den FC St. Pauli ungeschlagen, doch trauerten die Hanseaten im Rennen um die Aufstiegsplätze wieder zwei verlorenen Heimpunkten nach.

"Der Anspruch war ein Heimsieg“

Entsprechend überwog trotz zwei erfolgreichen Aufholjagden gegen die Franken nach Rückstanden die Unzufriedenheit die Erleichterung über die Verhinderung der ersten Pleite auf eigenem Platz. "Wir sind schon ein wenig enttäuscht“, gestand Abwehrspieler Jonas David auf der Vereins-Homepage: "Der Anspruch war ein Heimsieg.“ Auch sein Trainer Tim Walter haderte ein wenig mit dem Unentschieden: "Grundsätzlich sind wir immer nur mit drei Punkten vollkommen zufrieden.“

Den Grund für den auf nun drei Zähler angewachsenen Rückstand auf einen Aufstiegsplatz sahen alle in der Schlafmützigkeit bei Nürnbergs neuerlicher Führung unmittelbar nach dem Seitenwechsel. "Gleich nach Wiederanstoß ein Gegentor zu bekommen, ist extrem bitter und darf uns nicht passieren“, schimpfte der Doppelpacker und neue HSV-Toptorschütze Robert Glatzel (fünf Treffer).

Die Einschätzung teilten seine Kollegen. David Kinsombi sprach von „einem ärgerlichen Zeitpunkt" und David von "einem total unnötigen Gegentor“. Walter beschrieb seinen Frust darüber etwas diplomatischer als Treffer "aus heiterem Himmel“.

Walter stelle "Reifeprozess“ fest

Gleichwohl bemühte sich der Coach um die Betonung durchaus positiver Aspekte im Spiel seines Teams gerade auch nach dem neuerlichen Rückstand. "Es zeigt den fortschreitenden Reifeprozess der Mannschaft, dass sie das Heft weiter in der Hand behält, nie aufgibt und immer dran bleibt“, lobte Walter die Mentalitätsleistung der Hausherren.

Darauf will auch Glatzel aufbauen. "Wir sind zweimal zurückgekommen und haben gezeigt, dass wir viele Chancen kreieren können. Das war gut“, erklärte der 27-Jährige.

Eine gute Grundlage auch für das Gastspiel am Freitag bei Schlusslicht Erzgebirge Aue. Soll die Spitzengruppe nicht noch weiter davonziehen, ist für Walters Mannschaft ein Sieg bei den Sachsen Pflicht.