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HSV vor dem letzten Schritt: "Wir haben keine Angst"

© IMAGO / Eibner

Im Rückspiel der Bundesliga-Relegation am heutigen Montagabend (20:30 Uhr) entscheidet sich, ob der Hamburger SV den Vorteil aus dem Hinspiel nutzen und nach vier Jahren ins Oberhaus zurückkehren kann. Auf der Gegenseite wird Hertha BSC alles reinwerfen müssen, um doch noch die Klasse zu halten. Eine Situation, die HSV-Coach Tim Walter gelassen nimmt.

"Druck ist ein Privileg"

Ein krummes Ding ins Glück, das ist die Ausbeute von Ludovit Reis im Hinspiel der Relegation. Nun gilt es, den knappen Vorsprung im Volkspark-Stadion zumindest zu verteidigen. Drei Tage nach dem 1:0-Sieg gegen Hertha ist der HSV um Normalität bemüht. "In den Tagen zwischen Hin- und Rückspiel geht es einzig und allein darum, gut zu regenerieren, um bis Montagabend wieder zu Power und zu Kräften zu kommen", erklärte Cheftrainer Tim Walter. "In dieser Zeit wird jeder Spieler individuell gesteuert, daher waren auch einige nicht mit auf dem Trainingsplatz, sondern haben individuell gearbeitet."

In der entscheidenden Partie werden weiterhin Tim Leibold (Aufbautraining) und Anssi Suhonen (Wadenbeinbruch) fehlen. Der HSV-Kapitän trainiert zwar wieder mit und ist in der Kabine dabei, doch im Kader wird er am Montagabend nicht stehen. Auch Suhonen war erstmals nach seiner schweren Verletzung wieder vor Ort. "Die Jungs haben sich riesig gefreut, ihn zu sehen", berichtet Walter. Mit diesem Teamgeist will er jetzt auch ins Rückspiel gehen – ganz ohne Sorge: "Wir haben keine Angst vor Druck, denn wir wissen, dass Druck ein Privileg ist."

Keine Auswärtstorregel mehr

Vier Jahre nach dem Abstieg ist die Rückkehr des Ex-Bundesliga-Dinos zum Greifen nahe. "Diese Situation haben wir uns schließlich selbst erarbeitet und wir können damit umgehen, zumal wir schon seit Wochen nur noch Endspiele haben und zusätzlich zur Liga und den mitunter schwierigen Phasen auch im DFB-Pokal gezeigt haben, dass wir solche Situationen meistern können", blickt Walter auf den sportlichen Erfolg der vergangenen Wochen und Monate zurück. "Deshalb machen wir einfach ganz genauso weiter wie bisher, wir ziehen unser Ding durch und gehen unseren Weg weiter. Denn der ist noch nicht zu Ende, wir sind noch nicht am Ziel, wir sind noch nicht fertig."

Dank des Treffers von Reis im Hinspiel hat der HSV einen knappen Vorsprung. Weil die Auswärtstorregel nicht mehr gilt, würde die Partie auch bei einer knappen Niederlage mit mehr Hertha-Toren automatisch in die Verlängerung gehen – auch bei einem 1:2- oder 2:3-Ausgang. Zu diesem Nervenkitzel soll es aber bestenfalls gar nicht kommen. "Wir haben den totalen Fokus, es ist schließlich noch gar nichts gewonnen. Es ist erst Halbzeit, und in der Halbzeit freut man sich nicht, sondern konzentriert sich auf die zweite Hälfte", so Walter. "Wir konzentrieren uns zu 100 Prozent auf uns und unser Spiel, alles andere interessiert uns nicht und wird komplett ausgeblendet." Erst danach dürfen alle Dämme an der Elbe brechen.