HSV zwischen Anspruch und Demut: "Bin maximal unzufrieden heute"

Im Top-Spiel am Samstagabend sind dem Hamburger SV zwei Punkte durch die Hände gerutscht. Cheftrainer Tim Walter und seine Mannschaft bemängelten entsprechend die fehlende Konsequenz, die der Spitzenreiter im Traditionsduell mit dem 1. FC Kaiserslautern gezeigt habe. Kapitän Sebastian Schonlau übte sich in Demut.

"Du musst das zweite Tor machen"

Fünf Siege in Folge haben den Hamburger SV nicht geblendet, sodass die Walter-Elf am Samstagabend wusste, dass mit den Roten Teufeln eine Wucht an die Elbe kommt. Trotzdem gingen Robert Glatzel und seine Mannschaft durch einen glücklichen Schienbein-Treffer in Führung - und hätten vom Elfmeterpunkt den Sieg wohl perfekt machen können. Am Ende stand jedoch ein 1:1-Remis auf der Anzeigetafel. "Ich bin maximal unzufrieden heute. Das ist für uns zu wenig", monierte Tim Walter nach Abpfiff. Das zeugte nicht von Überheblichkeit, sondern vom Spielverlauf.

Insgesamt bot der HSV eine gute Vorstellung, in der er sich das Leben selbst schwierig machte. "In der ersten Halbzeit haben wir uns den Gegner so ein bisschen zurechtgelegt, dann kommst du raus und tust dem Gegner vor ihren Chancen selber einen Gefallen. Da hatten wir schon Glück", ärgerte sich der Fußballlehrer im Nachgang. Die Chance auf dem Silbertablett vergab Sonny Kittel in der 81. Spielminute - doch dem Unglücksraben schob Walter keine Schuldzuweisung zu. Allgemein fand der 46-Jährige: "Du musst das zweite Tor machen. Wenn du es nicht machst, dann bleibt das Spiel offen."

Glatzel anerkennend, Schonlau demütig

So kam der 1. FC Kaiserslautern kurz darauf zum Ausgleich - auf der Außenbahn rutschte Moritz Heyer im Zweikampf leicht weg, in der Mitte kam Lex-Tyger Lobinger vor dem HSV-Abwehrspieler zum Ball. Die kämpferische Leistung der Roten Teufel wurde auch von den Hamburgern honoriert, wie Glatzel festhielt: "Lautern hat den Punkt hingegen ganz klar verdient. Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit große Chance hatten, den Deckel drauf zu machen, insgesamt war es ein gerechtes Unentschieden." Trotzdem fühlte sich das Remis für den HSV eher wie eine Niederlage an.

Dabei ist bei den Hamburgern alles im Rahmen. Mit 25 Punkten steht der Klub aus der Hansestadt an der Spitze und wahrt einen Vorsprung von drei Zählern auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Acht Punkte sind es sogar schon bis zum vierten Rang, wenngleich Heidenheim den Rückstand noch verkürzen kann. Dass der HSV nun durch die Liga marschiert, sei die falsche Denkweise. "Die Erwartungen sind nach fünf Siegen in Folge natürlich hoch gewesen. Trotzdem muss man auf dem Boden bleiben", übte sich HSV-Kapitän Sebastian Schonlau in Demut. Mit der klaren Botschaft: "Insgesamt war es vom Spielverlauf vielleicht verdient, aber wenn wir vorne das 2:0 machen, dann ist die Bude zu."

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