Im Nebel von Regensburg: Rostock jubelt "nervenaufreibend"

Zum ersten Mal seit 13 Jahren hat der F.C. Hansa Rostock das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht - dank einer emotionalen Achterbahnfahrt in Regensburg. Letztlich gab es nicht nur einen Helden zu Feiern, obwohl sich Torhüter Markus Kolke im Elfmeterschießen anbot. Auch Pascal Breier gehörte zu den Gewinnern.

"Dem Zuschauer alles geboten"

Vor 13 Jahren schoss Enrico Kern den 2:1-Siegtreffer in der 101. Spielminute, als die Hansa Kogge im DFB-Pokal seinerzeit gegen Eintracht Frankfurt antrat. Auch am Mittwochabend wurde in der 101. Spielminute gejubelt, allerdings nickte SSV-Verteidiger Steve Breitkreuz zu diesem Zeitpunkt ein - es war die 3:2-Führung für Regensburg nach 0:2-Rückstand. Oder andersherum gesagt: Rostock hatte seinen Vorsprung verspielt. Doch am Ende feierten dennoch die Ostseestädter.

"Das war schon Wahnsinn", suchte Hansa-Keeper Markus Kolke im "NDR" nach passenden Worten. "Wir haben dem Zuschauer alles geboten. Erst 2:0, dann 2:2, dann hat Regensburg das gedreht und wir machen mit der letzten Aktion das 3:3. Das war schon sehr nervenaufreibend." Mit dem glücklicheren Ende für die Kogge, wie auch der 31-Jährige nach zwei verschossenen Elfern der Hausherren festhielt. Kolke konnte den Spielverlauf mit Humor nehmen: "Das Spiel hatte einen Elfmeter-Krimi verdient."

"Gefühlt schon tot"

Viermal blieb Rostock vom Punkt cool, den entscheidenden Treffer markierte Pascal Breier. Der Stürmer, der in der Zweitliga-Saison noch nicht richtig zum Zug kam, besorgte zudem den Last-Minute-Ausgleich in der Verlängerung. "Jetzt im Moment sind es pure Glücksgefühle. Wir waren gefühlt schon tot, sind dann wieder aufgestanden und stabil gewesen", zeigte sich auch Cheftrainer Jens Härtel erleichtert. Der Gegner habe gezeigt, warum er auf dem zweiten Tabellenplatz in der Liga steht. Aber Härtel konnte sich am Ende auf seinen Keeper verlassen.

"Man sagt sich immer als Torwart, dass du nicht viel verlieren kannst. Aber du willst trotzdem einen Ball halten. Eigentlich liegt der Druck beim Spieler, aus elf Metern musst du ein Zehn-Meter-Tor normalerweise treffen", legte Kolke den Druck vor dem Elfmeterschießen ab. Mit einer Mischung aus Glück, Gefühl und Intuition sei alles weitere so gekommen, wie es gekommen ist. Ob Hansa im Pokal nun bis nach Berlin reisen würde? Auch dafür hatte Kolke letztlich einen passenden Spruch parat: "Vielleicht müssen wir in der nächsten Runde gegen Hertha spielen. Oder Union. Also stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass wir in Berlin spielen." Zunächst geht es jedoch im Ostseestadion gegen Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 13:30 Uhr) weiter.

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